Rise And Fall – Faith

Album Faith
Musikrichtung Hardcore, Metal
Redaktion
Lesermeinung
7

Zu Rise And Fall muss man keine großen Worte mehr verlieren, oder? Wer die Belgier nicht kennt, zumindest vom Namen her, der muss die letzten Jahre ganz schon gepennt haben. Rise And Fall zählen wohl ohne Frage zur Sperrspitze des europäischen Hardcore, nicht zu letzt da die Band bei Deathwish Inc. unter Vertrag ist (wer bei Deathwish ist, der hat es ja bekanntlich geschafft) und sich schon fast ein Jahrzehnt in der Szene behaupten kann. So bringt die Band aus Gent mit „Faith“ ihr viertes Album heraus und wenn eins im Voraus klar ist, dann das Rise And Fall wohl kaum enttäuschen werden.

Schon von Anfang an wird so aus vollen Rohren geschossen: „Hammer And Nails“ wie auch „Deceiver“ gehen kompromisslos ans Werk und blasen zum Krieg, der mit der Zeile „This is war“ in „Hidden Hands“ vollkommen ausgebrochen ist und seinen Höhepunkt erreicht. Das heißt aber nicht, dass Rise And Fall auf ihrem vierten Album einfach nur gewohnt metallisch nach Vorne rauschen, auch Melodien und melodische Parts kommen auf „Faith“ nicht zu kurz, wie zum Beispiel in „Things Are Different Now“. Rise And Fall wissen so das zu vereinen, was auf den vorherigen Alben gut funktioniert hat: Die Härte von Into Oblivion und die Melodik von Our Circle Is Vicious verbinden sich auf „Faith“ zu einem großen Ganzen, das kaum Wünsche übrig lässt. Sowohl frühe Fans der Band wie auch solche, die Rise And Fall gerade wegen der ausgeprägten melodischen Passagen auf ihrem letzten Album mögen, kommen hier auf ihre Kosten.
Die Lyrics auf „Faith“ handeln, ganz im Sinne des Titels, von glauben und vertrauen in Menschen und Institutionen, wie zum Beispiel der Religion, sind dabei aber gewohnt schwarzmalerisch und behandeln so mehr den Verlust eben jenes Vertrauens in das, was um uns herum passiert und die Suche nach etwas Neuem, in das man sein Vertrauen investieren kann. „And then you disappeared without a sound. This world so cold, swallowed you whole.“ heißt es zum Beispiel im Opener „Hammer And Nails“ oder „So long these hands, they were tied. Numb to the touch, a sullen prey to fate’s design.“ im abschließenden „Faith / Fate“, welches durch Abwechslungsreichtum und Atmosphäre besticht. Musikalisch wie auch lyrisch bewegt man sich also auf bekanntem Terrain, bündelt aber all seine Stärken und wirkt so dennoch nicht eingestaubt, sondern erstaunlich frisch.

Viel gibt es so an „Faith“ also nicht auszusetzen, eigentlich fällt es schwer etwas zu finden, an dem man aneckt, das man kritisieren könnte. Rise And Fall festigen so ihren Status als Vorzeigeband, die bis jetzt immer ins Schwarze getroffen hat und es, so scheint es zumindest, auch immer noch tut.

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

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