Rivers & Tides – Complete

Album Complete
Label -
Musikrichtung Alternative, Emo
Redaktion
Lesermeinung
7

„Für Fans von Jimmy Eat World und Basement“ ist ein durchaus gutes Argument, sich eine „neue“ Band anzuhören. Oft ist das Etikett jedoch einfach nur eine dreiste Lüge von irgendwelchen Promo-Menschen, die in ihren kreativen Hochphasen einfach ein paar wohlklingende Bandnamen in den Raum werfen. Rivers & Tides fallen zum Glück nicht in diese Kategorie, denn die Regensburger haben tatsächlich so Einiges für Fans genannter Emo-/Alternative Rock-Hochkaräter zu bieten.

Zwar sind sie (noch) nicht ganz so poppig wie Jimmy Eat World, dafür aber genauso emotional. Obendrein hitgewaltig wie Basement, mächtig im Sound wie Twin Red und eingängig sowieso. Doch die Enttäuschung lässt auch bei Rivers & Tides nicht lange auf sich warten, denn nach bereits zwei EPs und einer Single folgt nun mit „Complete“ bloß eine weitere EP.

Ihre abwechslungsreichen, sich sanft aufbauenden Songs auf Albumlänge hören zu dürfen, ja das wäre doch mal was. Stattdessen werden auf „Complete“ lediglich sechs Track geliefert, sodass nach gerade einmal 20 Minuten der Spaß auch schon wieder vorbei ist. Nur das starke Drumming, die gefühlvolle Stimme, die gekonnt zwischen Geschrei und tatsächlichem Gesang hin und her wechselt, und die Chöre, die interessanterweise der Stimme von City Light Thief-Schreihals Benjamin Mirtschin zum Verwechseln ähnlich klingen, bleiben im Ohr.

Dass bei dem neuen Werk der Regensburger kein Label seinen Namen drunter setzen wollte, verursacht bei dem gemeinen Hörer an dieser Stelle nur ungläubiges Kopfschütteln. Denn ein Hitgewitter auf diesem Niveau zu schreiben und außerdem Zeilen wie „I’ve been here before and I’ll be there again. It’s always easier to look in the moon. I’m living at night trying to stay till it’s alright“ („Eclipse“) nicht vollends bescheuert klingen zu lassen, das kann wahrlich  nicht jede Band.

Vielleicht wird es gar nicht mehr so lange dauern, bis Bands und Künstler mit den Worten „für Fans von Rivers & Tides“ angepriesen werden. Dann muss man sich allerdings die Frage stellen, ob dem tatsächlich so ist oder doch nur eine Übertreibung vor dem Herrn.

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