Seconds Of Peace – Hangin’ To The Tunes Of Doom

Musikrichtung Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
4

„Seconds Of Peace ist die Ohrfeige für eine Generation, die kollektiv ihren Mut zum Anders Denken, die Suche nach einer Wahrheit hinter dem Bildschirm und den Wunsch nach Veränderung aufgegeben hat.“
Große Töne spucken die Jungs aus Köln da in ihrer Bandbeschreibung. Das setzt die Erwartungen an die dazugehörige Musik natürlich entsprechend hoch, denn eine große Schnauze haben kann ja jeder.

„Hangin‘ to the tunes of doom“, so der Titel der in Eigenregie veröffentlichten Debüt-7“ der Band, beginnt mit einem Intro, das ohne viel Trara sofort losbrettert. Hier wird nicht um den heißen Brei herumgeredet, soviel ist klar: Die Produkten ist fett, die Vocals nicht zu glatt gebügelt und die Riffs gut. Der eigentliche Opener „Untamable“ geht dann sofort kritisch ans Werk: „And you learned nothing over the years / your false intentions / the masks you wear / will lead you closer to the edge / think you evolved but you were long time dead“.
Musikalisch merkt man sofort, wo die Wurzeln der Band liegen: Madball, Terror und die frühen Hatebreed lassen sich an so mancher Stelle heraushören. Aber es wirkt längst nicht so, als hätten Seconds Of Peace bloß kopiert und bei den Klassenbesten abgeschrieben, sondern sie gehen auch ihren eigenen Weg. So wirkt „Stick Together“ verdammt groovig und das abschließende „Life Debt“, mit seinen eingängigen Crew-Vocals, wie ein Ohrwurm frisch aus den 90ern.
Hunde die bellen beißen nicht? Im Falle von Seconds Of Peace muss dieses Sprichwort vielleicht umgeschrieben werden, denn die Band spuckt nicht nur große Töne, sondern ist auch äußerst bissig!

Mit Seconds Of Peace ist die deutsche Hardcore-Szene also wieder um eine Band reicher, die das Rad zwar nicht neu erfindet, es aber mit durchweg guten Songs am Laufen hält. Wer auf bereits genannte Bands wie Madball oder Terror steht, oder vielleicht auch von No Turning Back und Risk It nicht abgeneigt ist, der wird sicher ebenso an Seconds Of Peace Gefallen finden.

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News, Facebook
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

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