Self Defense Family – Superior

Album Superior
Musikrichtung Punk
Redaktion
Lesermeinung
3

Unbezahlte Überstunden, Arbeiten am Wochenende: Für viele der Alltag und für die meisten wohl ein anstrengender kleiner Albtraum. Freizeit ade, Müdigkeit und Erschöpfung sind die stetigen Begleiter – was macht man nicht alles für die Karriere. Die Self Defense Familys haut dafür bekanntermaßen regelmäßig neue Musik raus. Allein die letzten beiden Alben „Try Me“ (2014) und „Heaven Is Earth“ (2015) trennen nur wenige Monate – eine Zeit, in der sie wie selbstverständlich noch weitere Musik auf den Markt gebracht haben. Nun hat es nach der EP „When A Barn Caves In“ wieder nur etwa drei Monate bis zum nächsten Release gedauert. Sicher, Self Defense Family besteht offiziell aus 16 Mitgliedern und keines hat an allen Platten mitgewirkt oder jede Show mitgespielt – „Wer Zeit hat, ist dabei“ lautet das Motto. So können dann auch mehrere Projekte zeitgleich in Angriff genommen werden.

Auf ihrer neuen EP „Superior“ klingen Self Defense Family düster und repetitiv – wie immer also. Und sie klingen darauf etwas anders als auf noch dem direkten Vorgänger – auch nichts Neues. Eine Frage bleibt aber bestehen: Was machen Self Defense Family eigentlich gerade? Mit „Superior“ scheinen die Tage des Post-Hardcore zumindest endgültig vorbei zu sein. Psychedelischer Post-Punk beschreibt die Songs wohl am besten. Stellenweise lässt sich vielleicht etwas Shoegaze erahnen und bei „The Climate Of The Room“ sogar eine Spur Indie. Beides sorgt für die so notwendige Abwechslung innerhalb der rund 14 Minuten Spielzeit. Angepriesen werden die Tracks nichtsdestotrotz mit „Self Defense Family presents some of its darkest material to date“ Das trifft’s im Großen und Ganzen auch. Lyrisch ist der Titel Thema – „Superior“. Das Vorhaben, die oberere Halbinsel von Michigan mit den nördlichen Teilen von Wisconson zum 51. Bundesstaat „Superior“ zu vereinigen. Harte Kost, auf die man sich erst einmal einlassen muss – freilich auch normal bei der SDF.

Self Defense Family wurden in den etwa 13 Jahren ihres Bestehens schon mit sehr vielen unterschiedlichen Adjektiven bedacht: Faszinierend, interessant und intensiv beispielsweise. Diese Eigenschaften hat die Band auch heute noch immer – und das ist auch gut so. Denn was sie nach so vielen Jahren und nach so vielen Genre-Wechseln auch noch immer sind, ist eben düster und repetitiv. Im Grunde natürlich überhaupt nichts Schlimmes, wenn man aber gefühlt alle paar Wochen der Hörerschaft einen neuen Song vorsetzt, auf Dauer doch etwas langweilig. Und noch schlimmer: ein wenig vorhersehbar.

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