Smile And Burn – Morgen Anders

Musikrichtung Punkrock, Alternative-Rock
Redaktion
Lesermeinung
7

Seit ihrer ersten Show 2009 hat sich bei den Berlinern Smile And Burn ganz schön was getan. Internationale Touren und die Selbstschrumpfung zum Trio; aber auch die Musik, die Sören Frey, Philipp Müller und Fabian Wollert machen, hat sich gewandelt. „Morgen Anders“, exakt so treten Smile And Burn jetzt vor die Welt.

Wie schon bei ihren Freunden von den Donots und im nächsten Jahr bei Itchy sind die Texte auf dem neuen Album erstmals komplett auf Deutsch. Kritisch und gleichzeitig auch humorvoll greifen sie viele verschiedene Themen auf. Den Selfiewahn und die krampfhaften Versuche sich schön zu photoshoppen („Ich Zünde Mich An“), aber auch Durchhalteparolen und punktypische Phasen finden sich auf der Scheibe.

Mit einem stampfenden Beat und kaputtem Gitarrensound eröffnet „Zubetoniert“ das Album. Die geschrienen, aber dennoch melodischen Vocals geben dem Garagenklang dann noch die nötige Würze. „Zünde Mich An“ – vorab als erste Single veröffentlicht – ist derweil ein früher Kandidat für den Titel Hit des Jahres. Der Song schiebt gewaltig los und rechnet, wie bereits erwähnt, mit der Generation der Snapchatsüchtigen und Konsorten ab.

Aber Smile And Burn können nicht nur Vollgas. Auch das ein oder andere ruhigere Stück findet sich auf „Morgen Anders“, sogar bis hin zum akustischen Track. Für Abwechslung ist also gesorgt, was dem Album sehr gut tut. „Nicht Da“ ist einer dieser anfänglich ruhigeren Songs, der trotz relativ langsamem Tempo immer noch betont rockig daherkommt. Ganz ähnlich präsentiert sich „Mit Allem Falsch“: „Niemals gibt der Misserfolg uns recht“ – so könnte man die Selbsteinschätzung des Trios zitieren.

Bei „Die Schönsten Bilder“ ist es dann Zeit für die akustische Schiene und wie auch an anderen Stellen des Album fühlt man sich in Teilen der Strophe gesanglich an Tocotronic von früher erinnert – und das ist wahrlich keine negativ gemeinte Anmerkung.

Den Abschluss machen „Weinschorle“ und am Ende „Fühlt Sich Das Nach Ende An?“. Ersteres drückt noch mal mächtig aufs Gaspedal. Hohe Geschwindigkeit gepaart mit absolut rotzigem Sound: Müller gibt stimmlich noch einmal alles, was seine Bänder zu bieten haben. Und um die Frage des letzten Songs zu beantworten: Ja. Das tut es. Aber nur nach dem Ende dieser absolut gelungenen Platte. Mit einem hymnischen und relativ ruhigen Ausklang verabschieden sich Smile And Burn und lassen uns mit der Vorfreude auf das, was da noch so kommen mag zurück.

„Morgen Anders“ ist für den, der die Band schon länger kennt auf jeden Fall anders. Das ist vorrangig zwar den deutschen Texten geschuldet, steht den Dreien aber wirklich hervorragend. Ein punkig gehaltenes Rockalbum, das sich definitiv nicht in Tristesse verliert.

Hinterlasse einen Kommentar