Soul Control – Get Out Now

Album Get Out Now
Musikrichtung Hardcore, Rock, Post-Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
5

Risiko ist eines der Schlagwörter, die sich im Hardcore momentan großer Beliebtheit erfreuen. Unvergessen die letzte LP von Blacklisted, welche für die Band eine völlig neue Richtung eingeschlagen hat und die Fans auf eine harte Probe stellte. Auch Soul Control aus Rhode Island haben sich Risiko auf die Stirn geschrieben und bereits mit ihrer 2009er LP „Cycles“ einen Bruch mit dem vorherigen Material vollzogen, sodass viele „Cycles“ als wirkliches Debüt der Band angesehen haben. Aber Soul Control gibt es schon länger, nämlich seit dem Zeitpunkt, als sich 2006 ein paar Gründungsmitglieder von Verse gedacht haben, eine neue Band zu gründen. Seitdem hat man einige Metamorphosen vollzogen und nun mit „Get Out Now“ eine 7“ vorgelegt, welche die jüngste dieser Metamorphosen musikalisch verarbeitet.
War „Cycles“ ein gut durchgebratenes, wenn auch an manchen Stellen noch blutiges Stück Fleisch, so ist „Get Out Now“ komplett roh. Die Band servierte auf ihrer letzten LP eine durch und durch progressive und leicht experimentelle Mischung aus modernem Hardcore und dem Post-Hardcore der Neunziger. Hört man sich nun den Opener „Harvester“ auf „Get Out Now“ an, so scheint wenig Progession übrig geblieben zu sein: Druckvolle Riffs mischen sich hier mit leicht aggressiven Vocals. Fast gradlinig, mit ein paar kleinen Breaks, wird sich durch das Lied gespielt. Auch „Peeling Layers“ fügt sich dem eingängigen Prinzip des vorangegangenen Songs, wenn man sich hier auch deutlich mehr zu rockigeren Elementen hingezogen fühlt. Deswegen lässt dieser Titel etwas der Aggressivität von „Harvester“ vermissen, sorgt so aber schon zu Anfang für Abwechslung und Spannung auf „Get Out Now.“ Allgemein verarbeiten Soul Control auf ihrer neuen EP deutlich mehr Rock als (Post-)Hardcore, auch wenn die Band ihre Wurzeln nie verleugnet. Das äußerst druckvolle „Snake“ ist ein sehr gutes Beispiel dafür und weiß wirklich zu begeistern. Und auch das abschließende „Hodad Song“ ist gelungen, fühlt man sich hier doch teilweise wieder zu den progressiven Elementen hingezogen, die auf „Cycles“ begeistert haben. Der Titel bietet so einen treibenden und durchweg guten Abschluss für „Get Out Now“.

Insgesamt kann man Soul Control auf „Get Out Now“ wenig ankreiden. Die Band hat einen weiteren Schritt nach vorne getan und sich so (wieder einmal) weiterentwickelt. Zwar fehlt etwas der progressive Einschlag, für den die Band bisher stand und mit dem man sich durchaus, auch auf der letzten Europatour im August 2009, einen Namen erarbeitet hat, aber das ist aufgrund der Spannung und Abwechslung auf dieser EP durchweg zu verkraften. Kurz: Druckvoller, rockiger Hardcore ohne große Schnörkel.

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News, Facebook
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

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