Soulground – Paradise

Album Paradise
Band Soulground
Musikrichtung Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
5

Berlin mag zwar Hauptstadt sein, aber auch Hardcore-Hochburg? Vergleicht man Berlin mit den großen Städten im Westen, besonders dem Ruhrpott, so wird doch schnell klar, wer die Nase vorn und die größere Dichte an bekannten Bands hat. Dennoch hat Berlin einiges zu bieten: Ghostwriter, Final Prayer, Off The Hook und nicht zuletzt auch Soulground. Letztere haben im vergangenen Sommer ihre Demo veröffentlicht, die durch rauen, schweren Hardcore begeisterte und der Band schnell überregional einen Namen verschaffte. Mit „Paradise“ legen Soulground nun ihre erste 7“ vor, die über das Berliner Label Mind Control Records erscheint.

Aufgenommen wurde „Paradise“ zusammen mit Jan Oberg, der auch schon für Empty Handed und Reason To Care an den Reglern saß. Das sind zwar deutlich melodischere Bands, dennoch klingt auch die Produktion der schwergängigen und rauen Songs von Soulground nicht zu glatt. „Paradise“ klingt fetter als die Demo, hat aber vom Charme, welchen diese durch ihren Proberaum-artigen Sound verströmte, nicht zu viel eingebüßt. Der Opener „Nobody In Heaven“ legt nach kurzem Feedback sofort los: Riffs, Riffs, Riffs und angepisste, markante Vocals bahnen sich ihren Weg: „I know nobody in heaven / please send me to hell“.
Die Songs auf „Paradise“ sind alles andere als Friede, Freude und Eierkuchen. Bereits in den ersten dreieinhalb Minuten geht es so düster zu, wie es das Cover suggeriert. Auch „Diseases“, der zweite Track, gräbt besonders mit dem abschließenden Breakdown noch tiefer in der Wunde, die Soulground zuvor dem Hörer mit ihren messerscharfen, schweren Riffs aufgerissen haben: „Look back what you’ve left / me blackeyed and a broken state of mind“.
„Mit „Antagoninst“ beweisen Soulground dann, kurz bevor es mit dem bereits von der Demo bekannten „Free Falling“ auf die Zielgrade geht, dass sie wohl eine der momentan riff-stärksten Bands Deutschlands, wenn nicht gar Europas sind. Die Riffs gehen direkt ins Ohr und sind besonders in der zweiten Hälfte von „Antagonist“ knüppeldick.

„Nach der Demo ging’s Berg ab“? Das kann man bei Soulground nicht behaupten. „Paradise“ ist genau so rau, genau so brachial, genau so düster wie die Demo der Berliner, besticht aber durch eine bessere Produktion und Riffs, die einen mehr als bleibenden Eindruck hinterlassen. Vielleicht das Hardcore-Release 2014 aus der Hauptstadt!

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News, Facebook
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

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