Storyteller – Problems Solved

Musikrichtung Pop-Punk
Redaktion
Lesermeinung
7

Der Pop-Punk war nicht nur eine Laune der 90er, sondern stellt auch gerne heute noch in all seinen Facetten die Musikwelt auf den Kopf. Bands aus den hiesigen Gefilden sind dafür freilich kaum verantwortlich. Der Löwenanteil kommt bekanntlich aus den Staaten. Die Ausbeute in Deutschland (vor allem die qualitativ hochwertige) ist selbst im Vergleich zu dem Vereinigten Königreich oder auch zu Australien eher mau. Und diejenigen, die sich Pop Punk-Band schimpfen, vermengen das Genre dann auch eher mit zig anderen Musikrichtungen.

Dann gibt es aber auch noch die fünf Dessauer Jungs von Storyteller, bei denen nach ihrem 2013er Debüt “Frontier Spirit” nun der Zweitling “Problems Solved” im Haus steht. Und mit diesem Werk kommt nicht nur das wahrscheinlich schönste Albumcover des Jahres, sondern auch durchaus gute Musik. Verspielte Drums und flotte Gitarrenmelodien erschaffen eine Eingängigkeit, die nicht selten an Neck Deeps großartiges “Life’s Not Out To Get You” erinnert.

“Problems Solved” schafft es, die schlechte Laune in Windeseile zu vertreiben – und das nicht nur, weil es herrlich unkompliziert ist, sondern auch wortwörtlich. Die Songs sind zwar im Schnitt gut drei Minuten lang, aber mit einer Rasanz versehen, bei der die meisten anderen Bands wahrscheinlich schon bei der zwei Minuten-Marke abbrechen würden. Selbst eher melancholisch-ausgelegte Tracks zaubern so recht schnell ein Lächeln ins Gesicht.

Die herrlich-authentische Herangehensweise der Band macht das “Problems Solved”-Paket schließlich nahezu perfekt. Denn obwohl es genau diese Art von Musik inzwischen schon bis zum Abwinken gibt, wird man ihr mit dem neuen Storyteller-Werk nicht automatisch überdrüssig. Vielmehr schließt es die qualitative Lücke, die den deutschen Pop-Punk bislang von unter anderem dem britischen oder dem amerikanischen getrennt hat. Wenn da mal nicht gerade eine weitere vielversprechende Band heranwächst.

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