Superheaven – Ours Is Chrome

Musikrichtung Emo, Grunge
Redaktion
Lesermeinung
5

Superheaven, das waren mal Daylight. Und Daylight, das waren die mit „Jar“ – ein Debüt, das hohe, bittersüße Wellen schlug, die mit der Melancholie des neu entdeckten Emo und der Wucht von traditionellem Grunge an die Gefühlsküsten brandeten. „Ours Is Chrome“ nennt sich der heiß erwartete Nachfolger, und bis auf den Namenswechsel hat sich nicht viel getan. Bei der Qualität des Debüts muss das nicht zwangsläufig was Schlechtes sein – ist es aber leider trotzdem. So mancher Songtitel wird deshalb unfreiwillig zur besten Beschreibung.

(01) „I’ve Been Bored“

Das Quartett aus Pennsylvania wirkt auf „Ours Is Chrome“ schlicht ziemlich einfallslos. Elf lange Songs dieselben trägen Riffs, ein langsam schepperndes Schlagzeug und Taylor Madisons schleppende Stimme. Wer den Vorboten „I’ve Been Bored“ gehört hat, kennt schon die Blaupause fürs ganze Album. Ein ganz bisschen rauer in „Gushin‘ Blood“, ein ganz bisschen leiser in „Dig Into Me“, ein ganz bisschen langsamer in „From The Chest Down“. Das war’s.  Superheaven haben auch nicht wirklich was zu erzählen. Madison klagt über das unstete Bandleben und wie alle anderen irgendwie schon weiter im Leben sind als er. Für wirklich inspirierte und ergreifende Texte hat die Identitätskrise aber nur stellenweise gereicht.

(06) „Downswing“

An sich sind all die Zutaten, die „Jar“ so groß machten, immer noch hörbar. Aber „Ours Is Chrome“ mangelt es an Ideen und Spielfreude. Die Trägheit hat an Tiefe verloren, die Verse an Verzweiflung. Der Karren scheint viel zu träge, als dass die Band ihn mal überraschend aus seiner immer gleichen Fahrspur reißen könnte. Superheaven spielen ohne die emotionale Wucht, die ihr Debüt so mitreißend machte.

(07) „Blur“

Für sich genommen sind knirschende Songs wie „Dig Into Me“, „Leach“, „Next To Nothing“ oder das abschließende „Poor Eileen“ dabei angenehm grungy. Dazwischen passiert aber zu wenig. Als Ganzes ist „Ours Is Chrome“ etwas zu verwaschen, gleichförmig und eintönig. Wirklich schlecht ist das Album nicht, aber schlichtweg auch nicht besonders spannend. Schade, Superheaven.

Autor Enno Küker
Wohnort Tübingen
Beruf Student
Dabei seit Mitte 2011
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews
Top-Alben ...kommen und gehen. Immer gut: Bahamas - Pink Strat // Brand New - The Devil and God are Raging Inside Me // Bruce Springsteen - The River // The Chariot - One Wing // Cigarettes After Sex - s/t // Emery - I'm Only A Man // Every Time I Die - New Junk Aesthetic // Godspeed You! Black Emperor - Allelujah! Don't Bend, Ascend // La Dispute - Wildlife // Taking Back Sunday - Tell All Your Friends
Die besten Konzerterlebnisse Bier in der Hand, Gänse auf der Haut

Kommentare

  2 kommentare

  1. PMAlan

    das album is der hammer! ich finds sogar noch besser als jar, muss ich sagen. sehr geile melodien, geile riffs, schön schleppend. sehr grungy, noch mehr als auf jar, find ich. ne sehr runde sache das ganze.

    7/8!

  2. PMAlan

    zudem muss ich sagen, dass mir die eindeutig positivere grundstimmung auf chrome, die ja bei jar nich unbedingt vorhanden und auch nich gefordert war, wesentlich besser gefällt. textlich mag das vllt paradox klingen. das kann ich nich beurteilen, da ich mir die texte noch nich näher zu gemüte geführt hab. aber songs wie z.b. gushin blood, room, next to nothing oder sogar i’ve been bored kommen meines empfindens nach wesentlich positiver rüber und das gefällt mir sehr gut!

Hinterlasse einen Kommentar