Supermutant – FRVR

Album FRVR
Label Zeitstrafe
Musikrichtung Pop, Indie, Punk
Redaktion
Lesermeinung
6

Man könnte meinen, dass wenn andere das Jahr besinnlich ausklingen lassen, Supermutant erst nochmal richtig aufdrehen. Im Moment noch auf Tour mit Nagel, das Debütalbum in den Startlöchern und alles wartet auf die Releaseparty von „FRVR“. Was steht hinter der Band mit dem einprägsamen und zugleich komischen Namen, die ihrem Erstling einen Namen geben, den man höchstens von alten Rockikonen in den letzten Zügen erwartet?

Der erste Eindruck schreit einem förmlich „Pop“ ins Gesicht. Man könnte auch Powerpop sagen, um im Superlativ zu reden. Wer jetzt jedoch schon Schlimmes befürchtet oder gar sein Urteil über die junge Kombo schon gefällt hat, dem sei gesagt, dass hier mehr als eine weitere Popband die deutschsprachige Bühne betritt. Hätten Supermutant zur Zeit der Diskussion um mehr Musik mit deutschen Texten im Radio schon existiert, wäre der erste Radiohit wohl schon in ihrer Tasche und dass das nichts Anstößiges ist, wissen wir spätestens seit Jupiter Jones. Trotzdem steckt in Supermutant mehr, als nur ein Querschnitt durch die heimische Radiolandschaft. Mit viel Pop-Appeal, quirligem Indie und energetischer Instrumentierung umgarnen Supermutant den Hörer, ohne sich dabei anzubiedern oder plakativ zu wirken. Mit einer Spielfreude, wie man sie wahrscheinlich auf dem herausragenden Debüt von Tubelord zuletzt gehört hat, geht das Quartett hier zu Werke. Erstmal ins Gedächtnis gefräst, lösen die Songs vor allem eines aus: Lust sich zu bewegen. Damit der ganze Spaß nicht allzu schnell an Glanz verliert, halten Supermutant lyrische Akrobatik vom Feinsten bereit. Anspruchsvoll und eingängig zugleich. Da bleiben kaum noch Wünsche offen und wenn dann noch polarisierend „Ich hab Gold, Gold, Gold auf der Zunge und ich brauche Zucker, Zucker“ („Gold auf der Zunge“) geträllert wird, haben sogar die Neider wieder was zu meckern. Aber wenn stört das schon? Wer Songs wie „Lichterloh“ schreibt, darf auch ein wenig die Ungunst anderer auf sich ziehen.

Warum also hinten anstellen, wenn man ganz nach vorne gehört? Supermutant brennen mit „FRVR“ ein Feuerwerk aus poppigem Punk und ungestümen Indie ab, welches für unruhige Beine und strahlende Gesicher sorgen wird. „FRVR“ gehört definitiv zu den letzten Höhepunkten die 2012 noch zu bieten hat. Selbst schuld, wer sich das entgehen lässt.

Autor Andreas Steiner
Wohnort Stuttgart
Beruf Redakteur
Dabei seit März 2011
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews
Top-Alben Joanna Newsom - Y's | Propagandhi - Today's Empires, Tomorow's Ashes | At The Drive-IN - Relationship of Command
Die besten Konzerterlebnisse Iggy Pop | ...And You Will Know Us By The Trail Of Dead | NOFX | Escapado | Propagandhi

Hinterlasse einen Kommentar