Swain – Negative Space

Band Swain
Musikrichtung Alternative-Rock, Grunge
Redaktion
Lesermeinung
7.2

Nach drei Jahren folgt mit „Negative Space“ der Nachfolger des hochgelobten „The Long Dark Blue“. Während der Vorgänger sich aus dem Hardcore-Punk von This Routine Is Hell zu modernem Grunge gewandelt hat, versucht auch „Negative Space“ eine progressive Veränderung an den Tag zu legen.

Rohe Garage-/Grunge-Tracks sind diesmal eher rar gesät. Swain geben sich experimentell und strecken ihre Fühler Richtung Alternative/Indie und zuweilen sogar Dream-Pop aus. Ob das nun am neuen Bandmitglied am Bass liegt, sei mal dahingestellt, auffällig ist jedoch, dass der Bass-Sound mehr in den Fokus gerückt ist.

Dieser durchdringt die sphärisch anmutenden Soundexperimente und wirkt wie die zwischenzeitliche Rückbesinnung auf die Vorgängeralben. „Negative Space“ klingt so wie eine Spielwiese ohne Grenzen, die von wiederkehrenden Duett-Einlagen bis hin zum Glockenspiel reicht. Swain sind allerdings ruhiger geworden, fast so als wäre die grundlegende Wut vergangener Tage, nachdenklicher, gar träumerischer Experimentierfreudigkeit gewichen.

Hinzu kommen einige Feature-Gäste wie beispielsweise Casper und Jeremy Bolm (Touché Amoré). Die illustren Herren integrieren sich allerdings bereitwillig in den Sound der Band. Wer also auf einen Rap-Part von Casper mit Swain als Begleitband gefreut hat, muss seine Hoffnung an dieser Stelle begraben müssen. Swain wollen sich bei der ganzen Experimentierfreude im Kern doch irgendwie treu bleiben. Was das bedeutet, wird erst nach einigen Durchläufen deutlich. Denn trotz aller Diversität hört man den typischen Swain-Sound heraus – auch wenn der anno 2019 nicht mehr nur Grunge zu bieten hat.

„Negative Space“ versucht den Zeitgeist in elf Tracks zu bannen, ohne dabei repetitiv zu werden. Das Ergebnis ist zwar kein perfektes Sinnbild der heutigen Zeit, jedoch ein gutes Beispiel wie kreativ der Ansatz einer Band sein kann, um sich eben nicht genrespezifischen Grenzen zu beugen. Dieser Progressive Ansatz trägt auf diesem Album erste Früchte auch wenn der ein oder andere die Härte der Vergangenheit vermissen wird.

Autor Hero Perduns
Wohnort Osnabrück
Beruf Student
Dabei seit Oktober 2015
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Top-Alben Morrissey - Viva Hate, The Libertines - Up The Bracket, Joy Division - Unknown Pleasures, Muff Potter - Bordsteinkantengeschichten, Adolar - Zu Den Takten Des Programms, Verse - From Anger And Rage, Have Heart - The Things We Carry
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