Tame Impala – The Slow Rush

Musikrichtung Psychedelic Pop, Indie
Redaktion
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Als Kevin Parker mit seinem Psych-Pop-Projekt „Tame Impala“ an den Start ging, traf die Musik mit einer solchen Wucht auf die Hörer, dass man gar nicht wusste, wohin zuerst mit seinen Eindrücken und Gefühlen zu dieser derart präzise komponierten Musik. Mit dem 2015 erschienenen „Currents“ bremste Parker diese Wucht etwas aus, verarbeitete mehr Mainstream-Pop und Jazz-Elemente.

Auf „The Slow Rush“ wagt Parker keine neuen Experimente. Im Gegenteil: Das, was er auf „Currents“ begonnen hat, verfeinert er weiter. Dieses Mal finden sich auch ein paar Funk- und Disco-Anspielungen, gerade in den Basslinien. Die Akribie und Konsequenz, mit der Parker seine Sounds plant, sind beeindruckend. Jeder Beat sitzt, jedes Instrument ist genau auf die Stimmung des Songs abgestimmt. Das bedeutet aber auch: eher wenige Höhen und Tiefen in den einzelnen Songs. Vielmehr geht alles ineinander über. Frei nach dem Motto: Alles fließt. Das mag für den ein oder anderen langweilig erscheinen, doch „The Slow Rush“ wirkt dadurch wie eine große Komposition, ein Gesamtkunstwerk, das man zu (fast) jeder Gelegenheit hören kann.

Es stechen aber dennoch einige Songs hervor. Zum Beispiel das groovige „Is it true“, bei dem man sich mit der eingängigen Basslinie schon fast in eine Disco der 70er zurückversetzt fühlt. Oder auch „Borderline“, wo Parkers markante und dennoch ruhige Stimme über allem schwebt. Ohrwurm „Lost in Yesterday“ fesselt den Hörer dagegen vor allem mit seinem Refrain:

„‚Cause it might’ve been something, who’s to say? Does it help to get lost in yesterday? And you might’ve missed something, don’t say. ‚Cause it has to be lost in yesterday.“ Grooviger und fast lounge-artig kommt „Breathe Deeper“ daher – übrigens mit einer sehr ansprechenden Klaviermelodie. Wie auch in den anderen Tracks, verliert Parker hier nicht sehr viele Worte. Das muss er aber auch gar nicht, denn der Song spricht sehr gut für sich allein.

„The Slow Rush“ würde so durchaus auch als reines Instrumental-Album funktionieren, alleine, um Parkers akribisches Vorgehen und sein Ideenreichtum zu würdigen. Doch gemeinsam mit dem sanften Gesang wird die Platte zu einem vollendeten Klangerlebnis – auf das man sich durchaus mehrfach einlassen sollte.

Autor Denise Frommeyer
Wohnort Mainz
Beruf Online-Redakteurin
Dabei seit November 2014
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