The Devil Wears Prada – Dead Throne

Album Dead Throne
Musikrichtung Metalcore
Redaktion
Lesermeinung
6.3333333333333

2009 erschien das letzte Album der 6-Metalcore Überflieger aus den USA. Die nicht weniger grandiose Zombie EP wurde dann schon mal als Vorgeschmack 2010 auf die Menschheit losgelassen. Während die Vorgänger-Alben sich durch tiefgründige Texte auszeichneten, ging es auf der Zombie EP natürlich um „Zombies“. Der Sound war düster und die Band härter als jemals zuvor. Thematisch sind die Jungs jetzt wieder auf ernsteren Pfaden unterwegs. Dead Throne heißt der neue Output und wird – wie auch schon der Vorgänger – über Ferret vertrieben und für uns Europäer erstmalig über Roadrunner Records verfügbar sein.
Kaum eine Band konnte die Massen in den letzten Jahren derartig spalten wie die 6 Jungs aus Dayton, Ohio. Von den einen abgöttisch geliebt, von den anderen zu tiefst gehasst. Aber egal was man darüber denken mag: die Jungs haben Erfolg – und dieser ist nicht unbeachtlich. Das Album Plagues aus dem Jahre 2007 belegte Platz 57 in den US-Billboard Albums Top 100 für über 4 Wochen. Der 3te Output With Roots Above and Branches Below schaffte das sogar ganze 13 Wochen auf Platz 11. Die bereits Anfangs erwähnte Zombie EP konnte sogar noch einen Platz gut machen und war für 4 Wochen auf dem 10ten Platz. Somit ist es also nicht verwunderlich warum dann 2009, auch der Labelwechsel auf Szenegröße FERRET erfolgte.
Der erste Track Dead Throne entpuppt sich dann auch direkt als energiegeladenes Monster. Wilde Doublebase-Gewitter, wütende Shouts von Frontmann Mike Hranica, auch der Guitarrensound ist merklich düsterer als noch auf dem Vorgänger. Deutlich zurückhaltender agieren die Keyboard- Sounds, abgeschlossen wird das ganze dann mit einem Breakdown und energiegeladenen Gangshouts. Schnell wird klar: diese 6 Jungs sind mittlerweile in der ersten Liga der Metalcore-Szene angekommen. Der Cleangesang ist so gut wie nie und wirkt viel authentischer. Auch die Shouts sind wesentlich klarer, ob wildes Gekeife oder tiefe Growls alles ist nun noch stimmiger als auf den Vorgängern. Alle 13 Songs auf Dead Throne, unterscheiden sich angenehm voneinander und bieten dem Hörer eine Menge Abwechslung. Überall findet man kleine Verbesserungen, selbst Breakdowns gestalten sich als überraschend abwechslungsreich und wirken niemals überstrapaziert. Die eingestreuten Melodien gefallen direkt, das Spagat zwischen neu gewonnener Härte und genau diesen melodischen Passagen ist im Grunde fast perfekt ausgereizt. TDWP anno 2011 sind somit der Inbegriff für eine perfekte Symbiose aus Metal und Hardcore. Die Keyboard Sounds sind immer noch vorhanden aber fallen nicht mehr so stark ins Gewicht wie auf With Roots Above and Branches Below oder gar Plagues. Man merkt an jedem bisher erschienen Album, das die eigene Messlatte immer höher gelegt wurde. Denn nach der Zombie EP war bereits klar was sich hier abzeichnen würde und Dead Throne entpuppt sich als das erwartete kleine Meisterwerk. Auch textlich kann sich die Platte wieder sehen lassen. Mike Hranica Sänger der Band ist ein Meister seines Faches und hat auch hier wieder sehr gute Texte verfasst, die sich sehr kritisch mit der heutigen Gesellschaft auseinandersetzen.
Dead Throne ist eine dieser Platten die mich von Anfang bis Ende in ihren Bann gezogen hat.
Zum schon wirklich sehr guten Vorgänger konnte man sich nochmal gehörig steigern. Sichtlich gereifter und Erwachsener wirkt jeder Song. Die ganze Band funktioniert wie ein eigener perfekter Organismus. Für mich den größten Schritt macht aber der Cleangesang. Dieser wirkt nun viel dominanter obwohl er wesentlich weniger zum Einsatz kommt. Die Grundstimmung ist düsterer als zuvor, aber niemals hoffnungslos. Textlich bleibt man auf dem gewohnt hohen Niveau. Ich hoffe diese Band wird uns weiterhin mit derartig qualitativ hochwertigen Alben beglücken. Luft nach oben ist ja bekanntlich immer vorhanden, aber Dead Throne ist momentan der Mount Everest unter den Metalcore-Platten: Mächtig und um Längen der Konkurrenz voraus.

Hinterlasse einen Kommentar