The Ghost Inside – Dear Youth

Album Dear Youth
Musikrichtung Metalcore
Redaktion
Lesermeinung
6

Sie zählen zu den beliebtesten Metalcore-Acts der letzten Jahre: The Ghost Inside. Mit ihrem bislang letzten und zugleich dritten Longplayer „Get What You Give“ schaffte die Band vor zwei Jahren den Sprung in die Top 100 der US-Billboard-Charts – das gelang vor ihnen nur Parkway Drive, August Burns Red und Miss May I. Nun steht mit „Dear Youth“ das neue Werk der Kalifornier ins Haus.

Besonders innovativ waren The Ghost Inside noch nie, und auch „Dear Youth“ bricht zunächst mit keinem der einschlägigen Genreklischees: Wuchtige Breakdowns, einprägende Melodien sowie Refrains und eine satte Produktion stellen auch den Viertling der Jungs um Frontmann Jonathan Vigil in eine Reihe mit den schon einleitend erwähnten Genregrößen, mit welchen sich The Ghost Inside nicht erst seit „Get What You Give“ ohne schlechtes Gewissen auf eine Stufe stellen können. Genrefans werden so bereits mit den ersten Minuten des Openers „Avalanche“ voll auf ihre Kosten kommen. Auch Songs wie „With The Wolves“ oder „Mercy“ lassen kein Auge trocken und dürften dank des enormen Mitgröhl-Potenzials auch live wie die sprichwörtliche Bombe zünden.

Dennoch lassen es sich The Ghost Inside zwischen all den doch irgendwo für die Band typischen und gar zu erwartenden Momenten nicht nehmen, auch für kleine Überraschungen zu sorgen: „Phoenix Flame“ bricht in der Mitte des Albums mit dem gewohnten Bild und sorgt mit Streichern und balladesker Atmosphäre für Gänsehaut. Und auch „Wide Eyed“, mit grandiosen Guestvocals von Jason Butler von Letlive (welcher nicht ohne Grund von Alternative Press zum besten Metalcore-Sänger der letzten Jahre gekürt wurde), überrascht mehr als nur positiv. Die wirklichen Highlights auf „Dear Youth sind aber rar gesägt, denn insgesamt ist das Album doch eher gewohnte, wenn auch durchweg gute Kost. Wer The Ghost Inside erwartet, bekommt eben auch The Ghost Inside und das ohne große Abstriche. Die Jungs wissen eben, was sie tun – auch wenn man das so ähnlich bereits auf ihrem letzten Longplayer zuhören bekommen hat.

Insgesamt ist „Dear Youth“ die konsequente Fortsetzung dessen, was The Ghost Inside bereits mit „Get What You Give“ vorgelegt hatten: Ein mehr als grundsolides, modernes und melodisches Metalcore-Album mit wenig überraschenden Momenten, aber dafür mit einer unbändigen Wucht, die jeden Fan der Band und des Genres mitreißen wird. Die Zeiten von „Returners“ aber bleiben dennoch unerreicht. Einen Meilenstein, den erschafft man eben nur einmal.

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

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