The Pariah – No Truth

Album No Truth
Band The Pariah
Musikrichtung Melodic-Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
7

The Pariah machten bereits 2016 mit ihrer EP „Divided By Choice“ auf sich aufmerksam. Der Melodic-Hardcore der Gruppe klang roh und manchmal kühl, ein wenig nach Counterparts, aber doch stets eigenständig. Da die EP definitiv Lust auf mehr machte, stellte sich zugleich die Frage, wie sich The Pariah wohl auf Albumlänge schlagen würden. „No Truth“ liefert zwei Jahre später die Antwort.

The Pariah zeichnen sich weiterhin durch ihren intensiven und robusten Sound aus. Natürlich fehlt es nicht an mitreißenden Hooks und Melodien, siehe etwa „Silent Birds“ oder „Persona“. Die Band scheut aber auch nicht davor zurück, ungestüm nach vorne zu preschen. So fühlt man sich bei „Monolith“ vom Schlagzeug fast durch den halben Track gejagt und „Regression“, mit Tobias Rische von Alazka als Gast, ist in erster Linie Hardcore mit viel Zerstörungswillen. Ähnliches gilt für „Comfort Zone“, bei dem sich The Pariah Daan Nieboer von 18 Miles zur Seite geholt haben. „No Truth“ klingt eben auch mal kantig und unbequem. Am Ende machts die Mischung aus beidem: Polternde Wut und ehrliche Verletzbarkeit.

Dafür, dass man letztere ruhig mal zeigen darf, plädieren dann auch gleich „Second Skin“ und „Persona“. Schließlich bringt es kein Glück, sich hinter einer Maske zu verstecken, um vermeintliche Stärke zu demonstrieren. „I’ll let down my shield if you did the same / I’ll give up my armour and expose myself / Let’s destroy all borders made upon our minds / Let us have the courage to be alive” („Persona”). Aber auch das Verzweifeln an der Vergänglichkeit („Monolith“), die menschliche Ignoranz gegenüber dem Wohlbefinden der Erde („Silent Bird“) und die sich leider verbreitende Fremdenfeindlichkeit („Regression“) werden thematisiert.

Eines wird dabei an „No Truth“ deutlich: The Pariah fällt es nicht schwer, auch auf Albumlänge zu begeistern. The Pariah sind ungeschliffener und rabiater als viele Genre-Kollegen, beweisen aber gleichzeitig viel Gespür für Emotionen. Daher wird man dem unverbrauchten Melodic-Hadcore der Gruppe so schnell nicht überdrüssig.

Autor Joshua Claaßen
Wohnort Goch
Beruf Schüler
Dabei seit Oktober 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews
Top-Alben Ständig im Wandel, zu meinen Favoriten gehören aber auf jeden Fall: Stick To Your Guns - Diamond, Being As An Ocean - How We Both Wondrously Perish / Dear G-d, The Ghost Inside - Get What You Give, The Amity Affliction - Let The Ocean Take Me
Die besten Konzerterlebnisse Kann ich mich nicht festlegen, Stick To Your Guns und Being As An Ocean sind live aber immer ein absolutes Highlight!

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