The Riot Before – Fists Buried in Pockets

The Riot Before - Fists Buried in Pockets

The Riot Before – Fists Buried in Pockets

Seit The Gaslight Anthem vor knapp einem Jahr Deutschland mit ihrem zweiten Album The ’59 Sound erobert und Folk-Punk auch hier zu Lande salonfähig gemacht haben, wollten eine Hand voll Bands aus Übersee es ihnen gleichtun, darunter The Riot Before aus Richmond, Virginia. Neben Fake Problems sind The Riot Before die Band, welche sich hier wohl am meisten etablieren konnte, nicht nur in die Gehörgänge, sondern auch in die Herzen der Menschen.


Mit „Fists Buried In Pockets“ steht seit Mai das in den USA bereits im Sommer letzten Jahres erschiene Debüt-Album der vier bodenständigen Jungs in den Läden. Schon das Intro, welches zugleich auch der Titeltrack ist, kommt emotional rüber und mündet in den zweiten Song „Threat Level Midnight“, welcher bereits auf der ersten EP der Band zu finden war. Kraftvoll und rau präsentiert sich die Stimme von Sänger Brett Adams, ganz so wie es sich für den vom Folk angehauchten Punk gehört. So handeln die Texte auf „Fists Buried In Pockets“ über den Alltag, die Politik, den Verlust und das Wiedererlangen von bestimmten Dingen im Leben. Schon Bruce Springsteen, Bob Dylan oder andere Folk-Musiker der vergangen Jahrzehnte verwenden solche Themen in ihren Lyrics. „You Can‘t Sexy Dance To Punkrock“ ist wohl einer der Hits das Albums. Mit tollen, treiben Drumming und cleveren Lyrics stimmt dieser Song einfach nur dazu an die Beine zu bewegen und mitzugröhlen. „I Have My Books“ dürfte dem ein oder anderem Hörer etwas quer im Magen liegen, denn fast vollkommen ohne Instrumente brüllt Adams die Worte, welche ihm auf dem Herzen liegen ins Mikrophon. Äußerst emotional klingt das allemal, aber beim ersten Durchhören doch etwas ohrenbetäubend. Nach dieser kleinen A-Capella-Einlage folgt der zweite große Kracher: „We Are Wild Stallions“. In diesem Stück wird der Punkrock ausgelebt, mal räudig, mal poppig, aber immer auf einem sehr guten und vor allem mitreißenden Niveau, dabei prägen sich die Melodie und der Text in das Gedächtnis ein und spätestens beim zweiten Hören spürt man die ganze Emotion dieses Liedes in seinem Körper. „Words Written Over Coffee“ schaltet nach dem Sturm, welchen „We Are Wild Stallions“ auslöste, einen Gang zurück. Diese ‚Verschnaufpause‘ wird von den abschließenden Stücken „Election Day“ und „Capillaries“ aber schnell wieder über den Haufen geworfen und so prescht eine nahezu unaufhaltsame Wand aus Gitarrenmelodien und raubeinigen Vocals auf einen zu, von welcher man so schnell nicht mehr los kommt, klebt man erst einmal an ihr fest. The Riot Before werden sicher nicht den Status erreichen, welchen The Gaslight Anthem inne haben, dazu sind sie zu unbändig und zähmen lassen wollen sich die vier wilden Hengste sicher nicht. „Fists Buried In Pockets“ ist ein Aufruf nicht stillzusitzen im Leben und auch mal mit der Faust auf den Tisch zu hauen. Dabei ist das Album nahezu immer mitreißend und emotional, so dass Momente der Langeweile hier eigentlich nicht zu finden sind.

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
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Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

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