Throats – Self Titled

Throats - Self Titled

Throats – Self Titled

Throats haben schon im letzten Jahr durch zahlreiche Splits auf sich aufmerksam gemacht, unteranderem mit Rolo Tomassi und Maths. Die noch junge Band aus Groß Britannien spielt Mathcore mit ordentlich Rotz in der Nase und hat nach den eben erwähnten Splits nun ihre erste EP über Holy Roar Records (Devil Sold His Soul, The Ghost Of A Thousand) veröffentlicht.


Das selbstbetitelte Werk ist ein wahres Geschoss an gebündelter Energie, was der leicht melodische und verzweifelt klingende Opener „Wake“ schon nach den ersten Sekunden deutlich macht. Bei „My Hands Are Cold“ sind Hopfen und Malz dann endgültig verloren und Throats versuchen Schritt zu halten mit Genregrößen wie Converge, was ihnen soweit auch sehr gut gelingt. Die überaus gute instrumentale Arbeit und der immer präsente sowie sehr solide Gesang wissen durchweg zu überzeugen. Auch „Fuck Life“ geht nachdem das Lied anfangs noch einen Gang zurück schaltet schnell wieder auf’s Ganze und das anschließende „Failgiver“ setzt einem letztlich noch die Pistole auf die Brust. Was hier geboten wird ist großes Kino. Der Mittelteil von „Failgiver“ glänzt durch mehrstimmiges und mitreißendes Geschrei, bevor das Lied mit einem ruhigen und instrumentalen Part ausklingt. „Something Low From This Way Comes“, welches die Hardcore-Wurzeln von Throats so einige Male durchschimmern lässt, sowie das abschließende und sechsminütige „Oaken/Wait“ finden den Weg wieder zu alten Mustern zurück und setzen die brachiale Gitarrenarbeit fort, welche in „Failgiver“ eine kurze Verschnaufpause bekommen hat. „Oaken/Wait“, welches in der ersten Hälfte noch durch mächtige Breakdowns glänzte, verliert mit zunehmender Länge immer mehr an Fahrt um zum Schluss sanft auszuklingen und den Hörer aus dem Chaos zu befreien, welches die letzte Viertelstunde auf ihn eingewirkt hat. Mit diesem Chaos aber kratzen Throats mächtig am stählernen Gehäuse, welches Converge in den letzten Jahren um sich aufgebaut haben. Die selbstbetitelte EP dieser fünf britischen Jungspunde ist eine rasante Fahrt die kein Auge trocken und alte Wunden wieder bluten lässt. Sollten Throats es schaffen mit einem zukünftigen Full-Lenght erneut solche Kraft in Liedform zu bannen, können sich Converge, The Dillinger Escape Plan und all die anderen Bands auf dem Mathcore-Thorn warm anziehen.

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News, Facebook
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

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