Tigers Jaw – Two Worlds

Album Two Worlds
Band Tigers Jaw
Musikrichtung Indie Pop, Rock
Redaktion
Lesermeinung
6

Title Fight sind ja seit der Tour mit Polar Bear Club im vergangenen Frühjahr auch hier in Deutschland in aller Munde. Tigers Jaw, die zweite Band von Title Fight-Gitarrist Ben jedoch, und hier könnte man passend das Wort „leider“ einsetzen, noch nicht.
Tigers Jaw aus Pennsylvania haben bereits 2008 ihre Debüt-LP veröffentlicht und bringen über Run For Cover-Records nun das zweite Werk „Two Worlds“ unter das Volk. Erst vergangenen Sommer hatte die Band eine Acoustic 7“ veröffentlicht, auf welcher eben dieses titelgebende „Two Worlds“ schon zu finden war. In verzerrter und viel packenderer Version klingt der Song auf dem neuen Album prompt deutlich besser weiß deswegen gleich auf Anhieb zu überzeugen. Schon der Opener „Return“ strotzt vor Energie und erinnert etwas an The Get Up Kids und Saves The Day, die ja Anfang des neuen Jahrtausends zu den herausragendsten Bands ihres Faches gehörten. Tigers Jaw überzeugen nicht durch großes Tempo, sondern durch Detailverliebtheit und Songwriting, wie es vor allem in „Coil/Recoil“ und „Test Pattern“ zu hören ist. Dass die Band auch anders kann beweisen „Smile“ oder auch „Windmills“. Diese Titel gehen deutlich energischer ans Werk, verlieren aber nicht viel von der eben erwähnten Liebe zum Detail. Am Ende von „Two Worlds“ bekommt man mit „Static“ noch mal einen wahren Kracher serviert, der sich etwas von den anderen Titeln dieses Albums loslöst und teilweise neue, auch härtere Wege einschlägt. Im Großen und Ganzen aber bleibt die Band sich treu und präsentiert auch auf ihrem neuen Album eine Mischung aus dem klassischen Mid-West Emo der 90er Jahre und frischen Elementen, die vor allem durch die ehrlichen und aufrichtigen Lyrics unterstrichen werden. Tigers Jaw zeigen auf „Two Worlds“ passend zum Titel auch zwei Seiten: Die Band wirkt unteranderem mit „Windmills“ stürmischer als noch zu Zeiten ihres Debüts vor rund zwei Jahren, folgt mit beispielsweise „I Saw The Wolf“ aber auch wieder den alten Wegen, die besonders lyrisch glänzen. Insgesamt aber besticht das Album mit einer tollen Melodik, emotionalen Texten und treibenden Keyboardpassagen, die für eine gelungene Atmosphäre sorgen. Zwar Fehlen „Two Worlds“ die großen „Wow“-Momente, wie sie auf dem selbstbetitlten Debüt zu finden waren, aber damit kann man gut Leben, denn auch so ist die Platte eine runde, mitreißende und tolle Sache, die insgesamt zu überzeugen weiß. Zum Schluss kann man noch sagen, dass es Bands wie Tigers Jaw dieser Tage einfach zu selten gibt. Klar, die große Welle des emotionalen Indie-Rock/Pop wie Texas Is The Reason oder Sunny Day Real Estate ihn Mitte der Neunziger präsentiert haben ist vorbei, aber Tigers Jaw beweisen dass es auch noch heute Bands gibt, die klingen wie damals, die diesen alten Sound und das Gefühl zurückbringen. Und genau solche Bands braucht die Musiklandschaft!

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

Kommentare

  4 kommentare

  1. Sascha Schüler

    Gute Band, gute Platte! Aber die Selftitled gefällt mir persönlich besser.

  2. Patrick Siegmann

    Hab ich ja auch geschrieben, dass die erste LP besser ist. 😉

  3. Sascha Schüler

    Bezog sich eher so auf die Punktevergabe, da hätt ich dann vielleicht einen weniger gegeben 😉

  4. Patrick Siegmann

    Also die Erste ist für mich klar 8 Sterne, deswegen hier nur 7. (:

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