Tim Vantol – Burning Desires

Band Tim Vantol
Redaktion
Lesermeinung
5

Ein bärtiger Flanellhemdträger, der sich mit seiner Akustikgitarre den Schmerz von Herz und Seele singt – Tim Vantol gilt seit Jahren als das Paradebeispiel der Singer/Songwriter-Zunft. Mit seiner kratzigen, alkoholgeschwängerten Stimme singt er von Heimat, Fernweh und der Liebe zu allem, was sein Leben ausmacht und ihm Bedeutung verleiht. Ein Schema, das funktioniert, aber auch ein Sound, der sich vom ersten Tage an eigentlich nicht verändert hat. Im Grunde klingt der Niederländer schließlich immer gleich. Seiner Fangemeinschaft ist dies allerdings kein Dorn im Auge – ganz im Gegenteil, sie ist stetig größer geworden. Der einfache Grund: Seine Authentizität.

Tim Vantol ist ein Reisender, der Tourbus sein Zuhause und die Venues sein Wohnzimmer. Wenn der Mann über Straßen, Heimat und Sehnsucht singt, glaubt man ihm – auch wenn er es bereits etliche Male auf ähnliche Art getan hat. Sein neues Werk „Burning Desires“ ist deswegen ebenfalls kein Reinfall, nur eben arg vorhersehbar. Wie gewohnt verbindet der Niederländer Akustik-Singer/Songwriter-Charme mit dem vollen Klang einer Full-Band. Und weil er inzwischen die goldene Mitte zwischen ruhigen Tracks zum Träumen und Nachdenken und lauten Kneipenhymnen wie „The Hardway“ gefunden hat, bleibt beiden Charakteristika auf dem Album auch ausreichend Platz zur Entfaltung. Zum Glück, kann der Herr Vantol doch beide Seiten außerordentlich gut aussehen lassen – hat er in der Vergangenheit ja ein ums andere Mal beweisen können.

Tim Vantol ist stetig. Im Songwriting, in der Themenfindung, in der Stimmlage. Er sagt selber von sich, dass er weder der beste Sänger, noch der beste Gitarrenspieler sei und mit dieser Einschätzung liegt der Troubadour auch ganz richtig. Punkten kann er dagegen mit seiner Attitüde. Seinem Auftreten und seiner Authentizität. Dann ist es auch kein Beinbruch, wenn sich das dritte Album nahtlos zu seinen Vorgängern gesellen kann.

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