Title Fight – Floral Green

Album Floral Green
Musikrichtung Punk, Alternative
Redaktion
Lesermeinung
6

Huch, was ist denn da passiert? Acht Jahre haben sich Title Fight mit ihrem Debutalbum „Shed“ Zeit gelassen und jetzt erscheint innerhalb eines Kalenderjahres auch schon der Nachfolger. Da scheint sich aber jemand mächtig ins Zeug zu legen. Könnte man jetzt jedoch meinen, dass „Floral Green“ irgendwie gezwungen daher kommt und nur ein weiteres Kapitel der kommerziellen Erfolgsgeschichte schreiben soll (nachdem man ja beispielsweise mit Rise Against auf Tour war), wird man hier eines besseren belehrt. Denn „Floral Green“ zeigt eindrucksvoll, dass der Vierer sich sehr wohl in seiner Haut fühlt und angekommen zu sein scheint. Und das nach einem Findungsprozess, der länger angehalten hat als die meisten Punk/Hardcore/Emo Bands heutzutage überhaupt existieren.

„Floral Green“ ist das bisher abwechslungsreichste Release der Band aus Pennsylvania. Der melodische Hardcore der Vorgänger wird hier um das ein oder andere Element erweitert und mit ganz viel 90’er Emo garniert. Der hat Title Fight zwar schon immer irgendwie Pate gestanden, aber selten das Tempo so schön rausgenommen wie in „Head In The Ceiling Fan“, der ersten Vorabveröffentlichung. Die ist wunderbar verträumt und driftet ab und an gar in Space-Rock-Sphären ab, man fühlt sich angenehm an Bands wie Hum erinnert. Weiter waren Title Fight wohl noch nie so aufregend wie in „Leaf“, das mit banalen aber überaus wirkungsvollen und lautstarken Riffs auf voller Strecke zu punkten weiß und richtig angenehm Tempo in das Album bringt. Als absolutes Highlight soll sich gegen Ende aber „Lefty“ herausstellen: Die Title Fight typische Melancholie wird hier auf die Spitze getrieben, musikalisch wie textlich wohl der beste und rundeste Song, den die Band bisher geschrieben hat. Alles super also? Eigentlich schon, wäre da nicht das abrupte Ende. „In-Between“ geht in eine letzte Strophe über, die nach einer ziemlich ungewöhnlichen Anzahl von Takten einfach abgehackt wird. Stille. Mag man Kunst nennen, stört aber irgendwie.

Bei einer Scheibe wie „Floral Green“ möchte man jedoch über diesen Schönheitsfehler gerne hinwegsehen. Denn was Title Fight hier geschaffen haben, ist schlicht und einfach ihre persönlich beste Scheibe und eine der schönsten dieses Jahres. Man ist verspielter, verträumter und doch prägnanter als je zuvor. Schade eigentlich nur, dass die Plate erst am Ende des Sommers erscheint. Aber so wird das dann halt auf jeden Fall ein toller Herbst.

Autor Sascha Schüler
Wohnort Magdeburg
Beruf Student
Dabei seit Juni 2010
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews
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Kommentare

  9 kommentare

  1. Kvn Cls [Facebook]

    Zweites album? Wohl eher drittes

  2. Kvn Cls [Facebook]

    Oder ist „the last thing you forget“ in euren Augen kein album? 😀

  3. Sören Da [Facebook]

    😀

  4. Severin Laschitz [Facebook]

    ähm, nein

  5. Christopher Georg [Facebook]

    The Last thing you forget war ne Compilation ihrer älteren Sachen soweit ich weiß…

  6. Severin Laschitz [Facebook]

    das ist ne compilation.

  7. Christopher Georg [Facebook]

    War wohl jemand schlecht informiert bevor er sich profilieren wollte ;>

  8. Stageload [Facebook]

    The Last Thing You Forget ist eigentlich nur eine 7″ mit drei Songs. Für die CD-Version wurde jedoch diese 7″ mit der Kingston-EP und der Split mit Erection Kids zusammengelegt sowie ein neuer Song oben drauf gepackt, um es noch mal ganz genau zu sagen. 🙂

  9. Kvn Cls [Facebook]

    Blamiert!

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