Trachimbrod – Leda

Album Leda
Musikrichtung Screamo, Shoegaze
Redaktion
Lesermeinung
7

Hört man die Worte Schweden und Screamo in einem Satz, dann kommen einem unweigerlich zunächst einmal Suis La Lune in den Sinn. Auch Namen wie Disembarked, Shirokuma, Young Mountain oder der freche Zungenbrecher Vi som älskade varandra så mycket dürften dem geneigten Miss The Stars und Dog Knights Fetischisten längst ein Begriff sein. Trachimbrod aus Malmö hingegen haben sich die letzten Jahre ziemlich rar gemacht. 2013 hierzulande mit einer damals recht unbekannten Band mit dem illustren Namen Fjørt auf Tour, war es seit dem recht still geworden um den Fünfer, der mit dem Vorgänger „A Collection Of Hidden Sketches“ bereits eine kleine Perle emotionaler Schrei-Musik veröffentlicht hatte und trotzdem unter dem Radar flog.

Vier Jahre später setzt „Leda“ den damals bereits eingeschlagenen Weg konsequent fort. Bei Trachimbrod wird das markante Geschrei von shoegaze-lastigen Riffs getragen, die zum träumen einladen und unglaublich catchy daher kommen. So wirkt der Sound beinahe aufreizend eigenständig, auch wenn man der Band die Zugehörigkeit zur Schweden-Szene und die nähe zu den Heroen von Suis La Lune definitiv anmerkt. Dabei wird der Gesang in den Hintergrund bugsiert und verschmilzt an vielen Stellen angenehm mit der Musik. Zwischendurch hat die Chause dann wohl platziert auch mal den nötigen Bumms, um ja keine Gefahr zu laufen, in Langeweile abzudriften. Die Texte sind dabei zum ersten Mal komplett in schwedisch gehalten, da es der Band wichtig war die zugedachte Message unverändert vermitteln zu können. Doch passt sich der Duktus der Sprache ganz formidabel dem Sound an und erweitert ihn gar um eine weitere Nuance.

Trachimbrod entwickeln auf „Leda“ ihren Sound konsequent weiter und bleiben sich trotzdem treu. Auf der ersten LP etwas krachiger, auf der Split mit dem Suis La Lune Nebenprojekt Sore Eyelids etwas punkiger und mit viel Indie garniert haben die Schweden nun den perfekten Mittelweg gefunden. „Leda“ ist ein wunderschönes Album zwischen verschrobener Intensität und malerischer Verträumtheit, die Produktion perfekt auf den Sound angepasst. Mit diesem Album liefern Trachimbrod sicherlich jetzt schon eines der besten für dieses Jahr in ihrer zugegeben kuschelig kleinen musikalischen Nische.

Autor Sascha Schüler
Wohnort Magdeburg
Beruf Student
Dabei seit Juni 2010
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews
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