Trapped Under Ice – Big Kiss Goodnight

Musikrichtung Hardcore, Metal
Redaktion
Lesermeinung
4

„Have self-respect and make the best of the time that I have left. True to myself, true to myself, no one else,”

Kaum eine Band spaltete die Hardcoregemeinde in den letzten paar Monaten mehr, als diese Jungs aus Maryland. Mit klaren Ansagen schicken Trapped Under Ice nun ihre neue Platte „Big Kiss Goodnight” ins Rennen. Dass sie soundtechnisch so wenige Kompromisse wie möglich eingehen wollten, war von vornherein klar. Bleierne Gitarrenriffs und wütende Vocals dominieren eine Platte, die von vielen sehnsüchtig erwartet wurde.

„Big Kiss Goodnight“ benötigt die ersten drei Songs um in Fahrt zu kommen. Zu eintönig agiert der Fünfer zu Anfang. Recht einfallslos walzt sich der stampfende Opener „Born To Die“ durch die ersten drei Minuten des neuen Silberlings bis mit „Outcast“ die Wende eingeläutet wird und das Album zu packen beginnt. Dann bolzen sich Trapped Under Ice düster und ohne Gnade durch die neue Platte. Mit „You And I“, „Disconnect“ und „Victimized“ prescht die Band in gewohnter Manier immer geradeaus. Die starken Momente haben sie aber nicht nur in den typischen Liedern. Gerade die eher ungewöhnlichen Momente, wie in „Dead Inside“, dass durch seine melodische Passage und das vereinnahmende Ende punkten kann, runden die Platte ab und geben ihr die nötige Farbe. Ansonsten gibt es sehr metallastigen und mit NYHC-Elementen eingefärbten Hardcore satt, der teilweiße aus der Schule von Biohazard stammen könnte. Auch an Justice Tripps stimmlicher Leistung hat sich einiges verändert und man fühlt sich teilweise an Alexander Hagman, Frontmann der Schweden um Raised Fist, erinnert. Angepisst mit gepresster Stimme keift sich der Frontman durch die Songs, immer wieder von den aggressiven Chören unterstützt, welche den Sound gnadenlos nach vorne peitschen.

„I live my life every day like it was my last, while you live in the past.”

Die Scheibe verspricht über eine halbe Stunde geballter Brutalität. Eine bessere Produktion und die bestechende Leistung am Mikro sind wohl die größten Pluspunkte. Quantensprünge bleiben allerdings aus. Eine konsequente Hardcore Platte mit viel Ausdauer und Druck. Nicht mehr, nicht weniger.

Autor Andreas Steiner
Wohnort Stuttgart
Beruf Redakteur
Dabei seit März 2011
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Kommentare

  1 kommentar

  1. Tom

    das review trifft es wohl so ziemlich. im direkten vergleich ist das letze album klar besser!

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