Trash Talk – Eyes & Nines

Trash Talk - Eyes & Nines

Trash Talk – Eyes & Nines

Trash Talk spalten die Hardcorewelt in mindestens zwei Lager: Die einen finden die Band besonders aufgrund ihrer brutalen Liveauftritte einfach nur asozial, die anderen stehen auf die trashigen Songs und die angepisste Stimmung auf Shows. Letztgenannte Personen dürften nun auch schon ganz schön lange auf neues Material der Band aus Sacramento warten, denn im Grunde genommen dienten die letzten beiden Releases, die 7‘‘ „East Of Eden“ und das Best Of „Shame“ nur als lahme Lückenfüller. Mit dem Album „Eyes & Nines“ kann die kurzweilige Trash Talk Diskographie aber nun wirklich um 10 Songs oder auch 17 Minuten erweitert werden.
Der erste Track „Vultures“ bietet erst einmal nicht viel Neues: Das Wort „hate“ wird hier wieder mal großgeschrieben, Trash Talk wirken angepisst und an Moshparts sollte es auch nicht mangeln. Also alles wie gehabt! Dann kommen jedoch direkt drei Titel, die das komplette Album in ein anderes Licht rücken: „Flesh & Blood“ wirkt strukturierter und melodiöser als das alte Zeug und das schon seit längerem zum kostenlosen Download verfügbare „Explode“ ist sowieso eine Nummer für sich: Fand ich den Song live noch ziemlich eindimensional und langweilig, ist „Explode“ nach mehrmaligem Hören, auch aufgrund der Unterstützung von Gastsänger Matt der befreundeten Band The Bronx, echt gewachsen. Besonders die Stelle „From the peak of Mount Vesuvius / To the deepest depths at dome of the rock / Nothing can save you if you want it or not” ist schwer aus dem Kopf zu kriegen. Das darauffolgende “Hash Wednesday” ist mit seinen vier hauptsächlich instrumentalen Minuten aber irgendwie überflüssig und passt nicht ins Gesamtkonzept. Spätere Lieder wie „I do“, „Trudge“ oder das starke „On A Fix“ setzen dann wieder auf die altbewährten Songstrukturen.
Was soll man nun von der neuen Platte halten? Alteingesessene Fans dürften einigermaßen zufrieden sein, auch wenn Mitgröhlparts wie bei „Sacramento Is Dead“ oder „Manifest Destination“ Mangelware sind…Wer noch nie auf die Band stand, wird sich von „Eyes & Nines“ jedoch nicht zum Hören bewegen lassen, denn neu erfunden haben sich Trash Talk wahrlich nicht. Aber wäre das überhaupt erwünscht?

Autor Ines Kirchner
Wohnort Berlin
Beruf Project Manager
Dabei seit Juli 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Akkreditierungen, Organisatorisches, Reviews
Top-Alben u.a. Gallows - Grey Britain, Bon Iver - Bon Iver, The National - Trouble Will Find Me, Touché Amoré - Parting the sea...
Die besten Konzerterlebnisse u.a. Have Heart (2009, Köln), Gallows (2010, London), Basement (2012, London), Iron Chic, Ceremony, Trash Talk, Rise & Fall, Touché Amoré (divers)

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