Turnover – Magnolia

Album Magnolia
Band Turnover
Musikrichtung Alternative, Emo
Redaktion
Lesermeinung
7

Kollege Siegmann bezeichnete Run For Cover jüngst im Fahrwasser des Daylight-Release als eines der qualitativ besten Labels der momentanen Indiewelt. Dieses Kompliment hat die Jungs wohl sehr gefreut und so wollen sie selbiges quasi im direkten Anschluss mit dem Debut von Michigans Turnover nochmal unterstreichen. Fett. Mit Edding.

„Magnolia“ liefert uns alles, was den Emo-Eintopf so schmackhaft macht: Traurige Riffs, träumerische Melodien, Coming of age Storys und honigsüße Melancholie. Zwischen Euphorie und Depression, zwischen Rastlosigkeit und Antriebslosigkeit, zwischen warm und kalt liegen manchmal nur (musikalische) Nuancen. Turnover wagen den Drahtseilakt, machen sich frei von jeglichen Pop Punk Dogmen und ziehen ihr eigenes Ding durch. Das da vereinzelt, zwischen vielen großen Songs wie der Video-Auskopplung „Most Of The Time“, dem verzweifelten „Wither“ oder dem wunderschönen „Bloom“ noch etwas Sand im Getriebe zu sein scheint, stört wenig und darf solch einer jungen Band gerne verziehen werden. Der eingeschlagene Weg scheint definitiv der richtige für Turnover , die ihren Gefühlen (man vergleiche zum Beispiel das textliche wirklich gute „Time“ der selbstbetitelten EP) heuer mit der Musik noch viel mehr Nachdruck zu verleihen in der Lage sind.

Irgendwo zwischen der verschrobenen Verspieltheit von Title Fight und der hemmungslosen Verträumtheit der Kollegen von Balance & Composure entsteht hier ein unaufgeregter, gleichermaßen aber ungemein erfrischender Cocktail, der einem die endlich aufkommenden Sonnenstunden zu versüßen vermag. Das tut keinem weh, sondern fühlt sich an wie mollig warme Sommernächte mit viel Bier, vielen Freunden und vielen melancholischen Momenten.

Autor Sascha Schüler
Wohnort Magdeburg
Beruf Student
Dabei seit Juni 2010
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews
Top-Alben American Football - American Football, Have A Nice Life - Deathconsciousness, Deafheaven - Sunbather, Duster - Stratosphere, Julien Baker - Turn Out The Lights
Die besten Konzerterlebnisse Iron Chic, Comadre, Julien Baker

Hinterlasse einen Kommentar