Turnstile – Step 2 Rhythm

Band Turnstile
Musikrichtung Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
7

Man weiß nicht so ganz recht, woran man ist, wenn die ersten Klänge dieser Platte aus den Boxen ertönen. Mit mystisch verzogenen Gitarrenklängen begrüßt der erste Song die Trommelfelle der Hörer – und spätestens daraufhin wird klar: Es sind die US-Boys von Turnstile, die hier ihre zweite EP raushauen. Deren Titel „Step 2 Rhythm“ wird sich der ein oder andere ganz sicher zu Herzen nehmen, denn diese Platte ist ein unverweigerlicher Befehl zu tanzen. Also los.

Nach dem recht gediegenen instrumentalen Opener „7“ rotzt endlich Frontmann Brendan Yates (Ex-Trapped Under Ice-Drummer) zum zweiten Song mit einer deftigen Portion Frust und Aggression in’s Mikro: „Keep it moving“. Ein solider Song mit clean gesungenen Parts und Tempo-Wechseln.
So richtig Fahrt nimmt die EP dann aber erst im nächsten Stück auf. „Canned Heat“ verdichtet modernen 2000er Hardcore auf kompromisslose 58 Sekunden; ich fühle mich an das grandiose „Life is hard enough“ von Have Heart erinnert. Der Unterschied: Yates ist noch einmal mindestens 50 % angepisster, als Pat Flynn von Have Heart.
Nun ist der meiner Ansicht nach beste Song an der Reihe. Mit mittlerem Tempo legt „Pushing me away“ los; es folgen drei Minuten, in denen Yates mit falschen Freunden abrechnet, und das gewohnt kraftvoll und aggressiv – dieser Typ lässt sich einfach ungern verarschen. Höhepunkt des Songs ist der saftige Breakdown – der eben angesprochene Tanz-Befehl lässt grüßen.
Nicht nur zeitlich ist „Step 2 Rhythm“ an dieser Stelle der EP am Scheitelpunkt angekommen, auch qualitativ folgen nun zwei eher mittelmäßige Songs: Während „Better Way“ wenigstens noch mit unterhaltsamer Song-Struktur Spaß bereitet, schließt sich mit „Snaked“ der zweite aber ödere Instrumental- Song der EP an. Einer langt doch auch.
Einen ordentlichen Abschluss finden Turnstile mit dem siebten und letzten Song. Grandios hierbei ist ganz besonders der klare Gesang zwischen den geschrienen Parts; man könnte meinen, hier fände ein Dialog zwischen Zorn und Sanftmut statt. Nach zwei Minuten ist dann auch der Titeltrack vorbei. Es folgen – wer hätte es gedacht – instrumentale Klänge. So kann man wenigstens beruhigt einschlafen.

– Marcel Laskus

Kommentare

  1 kommentar

  1. A.

    Richtig gute Review!

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