Venom Prison – Animus

Album Animus
Musikrichtung Metal, Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
6

Als Larissa 2014 Wolf Down verließ, war das Gejammer groß. Wurde sie doch aufgrund ihres Geschlechtes zu einer Art Aushängeschild des Hardcores gemacht und von vielen für ihre „Sangeskunst“ bis heute geschätzt. Doch als die ersten Live-Auftritte mit ihrer neuen Band Venom Prison im Internet herumirrten, ließ sich bereits erahnen, dass sich dort einiges zusammenbraut. Und so enttäuscht das fünfer Gespann nicht und zelebriert auf ihrem Debütalbum „Animus“ eine wahre Hölle an Musik.

Wer sich auf diesen musikalischen Spießroutenlauf begibt, hat noch spätestens beim Intro „Syllogism“ die Chance davonzulaufen. Eine zerbrechliche alte Männerstimme gibt, belgleitet von bedrohlich dahinschleppenden Gitarren und Schlagzeug, bedeutungsschwangere Worte von sich. Hier wird der Hörer schon auf sehr atmosphärische Art auf die nächsten 30 Minuten eingestimmt. Doch danach gibt es kein Halten mehr. Die fünf Engländer entfesseln hier ohne Zögern eine wahre Manifestation der Hölle, ein Gemisch aus Death Metal und Hardcore, das sich gewaschen hat.
Die Gitarren treiben den Hörer wie im Wahn von einer Ecke zu nächsten, ohne ihn dabei wissen zu lassen, was dahinter lauern wird. So wird einem nur selten eine Verschnaufpause gegönnt und man wird regelrecht von den neuen Eindrücken erschlagen. Doch wenn mal etwas Ruhe aufkommt, zählen diese Augenblicke definitiv zu den Höhepunkten des Albums. Sie verdeutlichen auf sehr eindrückliche und stimmungsvolle Art die eher subtilere Art des menschlichen Grauens. Allerdings währen auch diese Augenblicke nicht allzu lang und die einst so ruhige Bedrohung geht wieder langsam in ein alles verzehrendes Schwarzes Loch über.
Der innere diabolische Kern, der dieses ganze Massaker bei seinen Ausschreitungen aber stets zusammenhält, sind Larissas Vocals. Als ob der Leibhaftige selbst aus den Boxen dröhnen würde, screamt und growlt dort einem eine absolute Naturgewalt entgegen. Dabei passt sie sich stets den musikalischen Gegebenheiten an und klingt nicht wie der Abklatsch irgendeiner Death Metal-Ikone.

Venom Prison schaffen es mit „Animus“ den eher klassischeren Death Metal mit einem wahren Erdbeben in die Jetzt-Zeit zu katapultieren. Dank der vielen kleinen Spielereien, Experimente und vor allem der zu jeder Sekunde spürbaren Unberechenbarkeit gelingt es, einen sehr unverbrauchten und energetischen Klang zu kreieren. Doch für jeden ist dies Album sicherlich nichts. Denn selbst nach dem x-ten Durchlauf weiß man immer noch nicht, was denn nun eigentlich hinter der nächsten Ecke kommt.

Autor Aaron-Corin Hane
Wohnort Lüneburg
Beruf Student
Dabei seit März 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews
Top-Alben Stick To Your Guns - alle Releases seit Hope Division, Black Sabbath - Paranoid, Dream Theater - Train Of Thought, The Beatles - Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band, Parkway Drive - Atlas, Idles - Brutalism
Die besten Konzerterlebnisse Tour Of The Year 2014; Taste Of Anarchy Tour 2015; Summer Breeze 2014; Destruction Derby 2015

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