Wage War – Pressure

Album Pressure
Band Wage War
Musikrichtung Metalcore
Redaktion
Lesermeinung
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Seit Wage War 2015 bei Fearless Records unterschrieben und dort noch im selben Jahr ihr Debütalbum „Blueprints“ veröffentlicht haben, geht es für die Gruppe stetig nach oben. Schließlich gelang der Band 2017 mit „Deadweight“ dann auch noch ein Zweitling, der den Balanceakt zwischen modernem Metalcore und Pop-Appeal meisterte, ohne die alte Fanbase zu verprellen.

An genau diesen Balanceakt wagen sich die fünf Herren aus Florida mit „Pressure“ erneut ran – und kommen dabei zu einem durchaus anderen Ergebnis. Allerdings ist das Werk auch unter anderen Rahmenbedingungen entstanden: Für die Aufnahmen ihres dritten Albums haben sich Wage War erstmals für Los Angeles entschieden und sich dort in ein gemeinsames Haus einquartiert. Darüber hinaus war mit Drew Fulk ein neuer Produzent am Werk, der unter anderem die aktuellen Alben von Motionless In White und Crown The Empire produziert hat.

„Pressure“ klingt nach Wage War, keine Frage. Es lassen sich aber durchaus Akzentverschiebungen ausmachen. Am auffälligsten ist, dass es im Großen und Ganzen es eine ganze Spur ruhiger zugeht. Das bedeutet freilich nicht, dass Wage War endgültig die Samthandschuhe auspacken. Schließlich konnten schon die beiden Singles „Who I am“ und „Low“ mit bissigem Riffing überzeugen. Wobei schwer abzustreiten ist, dass das Main-Riff von „Low“ die ein oder andere Parallele zu Architects „Doomsday“ aufweist, was im Netz für eine ganze Menge Belustigung und schlechte Witze gesorgt hat. Richtig zur Sache geht’s mit dem Up-Tempo Song „Ghost“, seinem ungezügeltem, antreibendem Drumming und den kurz-angebundenen, aber messerscharfen Riffs. Und dann wäre da ja auch noch „Fury“, gewissermaßen das Äquivalent zur Dampfwalze „Stitch“ vom letzten Album.

Die Samthandschuhe streifen sich Wage War für eine Handvoll Songs dann aber doch über – mit geteiltem Erfolg. Denn die beiden unspektakulären und generischen Halbballaden „Me Against Myself“ und „Hurt“ langweilen dann doch ein wenig. Anders sieht es bei „Grave“ aus. Der Song bewegt sich zwar nicht weniger auf der Pop-Schiene, ist mit seinem unverkrampften und lockeren Stil aber ein stimmiges Endprodukt. Wage War versuchen sich also durchaus an abwechslungsreicherem Songwriting, der Erfolg dieses Unterfangens erstreckt sich aber eben nicht über alle Songs. Positiv zu erwähnen wären in diesem Zusammenhang aber wiederrum „Forget My Name“ und das ruppige „The Line“, die mit ihrem zum Teil recht eigenwilligem Sound überzeugen können.

„Pressure“ dürfte sicherlich nicht jeden Fan glücklich machen. Schließlich geht es im Allgemeinen durchaus ruhiger zu, was in den Augen Vieler bekannterweise eine höchst umstrittene Entwicklung ist. Dafür trauen sich Wage War mit Blick auf ihr Songwriting hier und da mehr. Nur stehen dem eben leider auch eine Reihe sehr generische Tracks gegenüber. Im Großen und Ganzen ist „Pressure“ dennoch bei weitem kein Beinbruch, dürfte sich aber durch die angesprochene Mängel eher im Schatten vom Vorgänger „Deadweight“ wiederfinden.

Autor Joshua Claaßen
Wohnort Goch
Beruf Schüler
Dabei seit Oktober 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews
Top-Alben Ständig im Wandel, zu meinen Favoriten gehören aber auf jeden Fall: Stick To Your Guns - Diamond, Being As An Ocean - How We Both Wondrously Perish / Dear G-d, The Ghost Inside - Get What You Give, The Amity Affliction - Let The Ocean Take Me
Die besten Konzerterlebnisse Kann ich mich nicht festlegen, Stick To Your Guns und Being As An Ocean sind live aber immer ein absolutes Highlight!

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