Young the Giant – Home of the Strange

Label Warner Music
Musikrichtung Indie
Redaktion
Lesermeinung
4

New York City gilt als Melting Pot der Kulturen. Und so ist es auch bei der Band Young the Giant. Der eine ist Sohn indischer Einwanderer, der andere hat persische Wurzeln und der dritte der insgesamt fünf Mitglieder stammt aus dem kanadischen Québec. Auf ihrem dritten Album macht die Band diese kulturelle Vielfalt zum Thema.

Auf „Home of the Strange“ geht es um die persönlichen Lebensgeschichten der drei Jungs. Und nicht nur das: Die Songs sind mitunter auch ein Kommentar zur aktuellen politischen Lage in den Vereinigten Staaten. Für Young the Giant eher ungewöhnlich, haben sie sich doch auf den beiden Vorgängern eher um die Themen Liebe und Freiheit gekümmert, sich aber nicht politisch gezeigt. Gleich der erste Song, „Amerika“, greift das Thema des Albums auf. Es geht um den Mythos des American Dream, inspiriert von Kafkas Novelle „Amerika“.Und vor allem aber darum, dass viel versprochen, aber nichts gehalten wird.

Dazu liefert die Band in gewohnter Manier Indie-Rock der feinsten Sorte und knüpft nahtlos an die Songs der ersten beiden Alben an. Viel hängen bleibt da beim ersten Hören leider nicht. Trotzdem sind einige gelungene Stücke auf dem Album gelandet. „Something to believe in“ ist ein schönes Stück, das besonders durch sein ausgefeiltes Gitarrenriff glänzt. Und immer wieder ist es auch die Stimme von Sameer Gadhia, die mit ihrer angenehmen Tonlage und Färbung die Songs zu etwas Besonderem macht. Weiteres Highlight ist „Repeat“, in dem auch elektronische Einflüsse neben der Akustikgitarre zu hören sind. Damit zeigen Young the Giant wenigstens ein überraschendes musikalisches Element auf der Platte. Kurz vor dem Ende des Albums kommt dann aber noch der schönste Song zu Gehör. „Art Exhibit“ ist eine Symbiose von Orchesterklängen, Melodien a la Mumford & Sons und dem typischen Sound der Jungs.

Textlich und thematisch überraschend, musikalisch solide: Young the Giant bieten mit „Home of the Strange“ ein nettes Album ür Zwischendurch. Damit es aber genauso spannend wie der Melting Pot wird, fehlen noch ein paar zündende Ideen.

Autor Denise Frommeyer
Wohnort Mainz
Beruf Online-Redakteurin
Dabei seit November 2014
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