Young The Giant – s/t

Album s/t
Musikrichtung Alternative, Indie
Redaktion
Lesermeinung
3

Traumhafte Strände, das passende Wetter, glitzernde Städte. Kalifornien hat auch ohne Arnold Schwarzenegger wirklich eine Menge zu bieten. Zum Beispiel Young The Giant! Wer oder was das ist? Berechtigte Frage. Zwar spielen die Jungs schon seit 2004 (bis 2009 allerdings unter dem Namen The Jakes) zusammen, aber ihre erste LP ist noch nicht mal eine Woche auf dem Markt (zumindest hierzulande).
Mit zwölf Songs machen sie sich jetzt also endgültig auf, diese Frage schnellstmöglich aus der Welt zu schaffen. Und um ja keine Zweifel ob ihrer kalifornischen Herkunft aufkommen zu lassen klingen diese zumeist poppig leicht, ideal für etwa eine entspannte Tour entlang der heimischen Westküste.
Genau da liegt aber auch das Problem. Denn was anfangs mit seinen kleinen stimmigen Details vielleicht noch schön unaufgeregt und melodiös klingt, kann nach einiger Zeit zu einem jähen Ende jener Küstentour führen, weil der Fahrer einfach wegnickt. Als angenehmes Hintergrundgeräusch vielleicht zu gebrauchen, haben die meisten der zwölf Songs kaum Besonderes an sich, was den Hörer in irgendeiner Weise packen oder ihm auch einfach nur für ein paar Minuten im Kopf herumschwirren könnte.
Glücklicherweise haben Young The Giant immerhin noch einige Songs im Gepäck, die verhindern, dass man ihr Debüt komplett mit dem bösen Wort Langeweile verbindet. So wäre da das stampfende „The Body“, simpel („My body tells me no, but I won’t quit, ‚cause I want more!“) aber mitreißend und mit einem Refrain ausgestattet, der wie dafür geschaffen ist, die hiesige Indiedisco im Sturm zu erobern.
Bezeichnenderweise passt es zum Rest des Albums in etwa so gut wie schlechtes Wetter zum Golden State. „Cough Sirup“ und „God Made Man“ geben sich ebenfalls Mühe die Sekundenschlafgefahr zu verringern, wobei letzterer sogar die Dreistigkeit besitzt einfach mal radikal das Tempo anzuziehen und Sänger Sameer Gadhia so etwas ähnliches (zumindest für Young The Giant-Verhältnisse) wie einen Schrei entlockt!
Insgesamt verlieren sich die fünf aber leider oft in Details und schaffen es einfach viel zu selten den Hörer mal mitzureißen und in ihren Bann zuziehen. Somit ist das Debüt dieser zweifellos talentierten Musiker mehr besagtes nettes Hintergrundgeräusch als Paukenschlag.
Und Arnie wird man wohl weiterhin eher mit Kalifornien verbinden als Young The Giant; auch wenn der jetzt statt Politik zu machen wieder Machos in Kinofilmen mimt.

Autor Benjamin Fischer
Wohnort Frankfurt
Beruf Redakteur
Dabei seit Juni 2010
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews, Redigat
Top-Alben The Gaslight Anthem - The '59 Sound / The National - High Violet & Trouble Will Find Me / Bon Iver - Bon Iver
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