Der Stageload-Jahresrückblick 2019

Der Stageload-Jahresrückblick 2019

Bei Listicles wie den „Alben der Dekade“ oder den traditionellen Jahresrückblicken handeln wir Stageload gerne als Kurator für die alternative Musikszene: Während Helene Fischer, Unheilig und Adele mit ihren Alben die deutschen Zehnjahres-Charts dominieren und Magazingrößen wie Pitchfork Frank Ocean, Billie Eilish und Solange feiern, gehen unsere Stimmen an Touché Amoré, The National oder Stick To Your Guns. Die meistgestreamten Künstler Deutschlands sind dieses Jahr Capital Bra, Samra und RAF Camora, wir bevorzugen Knocked Loose, While She Sleeps und Defeater.

Zwar geben sich Streamingdienste größte Mühe, individuell vorzufiltern: Letzten Endes können eine schlechte Partyauswahl oder die finanzielle Kraft der Majorlabels die Sicht auf für einen womöglich interessantere Musiker dennoch verstellen. Ein Magazin mit Genrefokus hilft da, die Auswahl einzudämmen. Langweilig wird es dabei trotzdem nicht. Mit knapp 150 Reviews und 80 Galerien bewegten wir uns 2019 in vielen Sphären, was nicht zuletzt dem vielfältigen Musikgeschmack unserer Redaktion geschuldet ist. Kein Wunder, dass dieses Jahr bei der Albenauswertung schon ein Viertel der Stimmen für den ersten Platz genügten, gefolgt von einem Mischmasch aus Bands und Musikrichtungen ohne klare Favoriten. Besonders uneins waren wir uns bei der neuen Platte von Swain: „Negative Space“ wird mehrfach als Enttäuschung genannt, ist zugleich jedoch in den Lieblingsalben vertreten – Musikgeschmack ist und bleibt eben wunderbar subjektiv. Aber immerhin ist unserer besser als der der Spotify-Allgemeinheit, da sind wir uns sicher. Überzeugt euch selbst in unserem musikalischen Jahresrückblick 2019!

Unsere Highlights:

Stageload Jahresrückblick beste Alben 2019
Knocked Loose – A Different Shade Of Blue
Die logische Weiterentwicklung ihres Debüts – Knocked Loose treten in die Fußstapfen von Bands wie Integrity oder Disembodied.

The National – I Am Easy To Find
Ein weiteres Statement einer Ausnahmeband – der Mut zum Risiko hat sich gelohnt.

Pascow – Jade
„Pascows „Jade“ wurde mit großer Spannung erwartet und hält alles, was man sich erhofft hat. Ein Muss für alle, die auf Punkrock stehen.

While She Sleeps – SO WHAT?
Um Genregrenzen oder Konventionen scheren sich die Briten erfreulicherweise weiterhin nicht. „So What?“ bekommt einen eigenständigen und unverwechselbaren Platz in der Diskographie der Band.

Defeater – Defeater
Wer auch immer die Karten für Defeater neu gemischt hat, hatte ein glückliches Händchen. Ihr selbstbetiteltes Album führt die Geschichten fort, welche die Band seit Jahren erzählt – allerdings mit ganz neuem Elan und viel Esprit in ihrem Sound.

Unsere Problemkinder:

Stageload Jahresrückblick Schlechteste Alben 2019
Swain – Negative Space
Einzelne Songs machen durchaus Spaß, auf Dauer wirkt „Negative Space“ jedoch an vielen Stellen zäh und unnötig langatmig.

One Ok Rock – Eye Of The Storm
Wäre es bei einer EP geblieben, man könnte One Ok Rock das Verkaufen ihrer Seelen beinahe verzeihen. Aber gerade in der zweiten Hälfte des Albums regieren Langeweile und am Reißbrett entworfene Belanglosigkeit.

I Prevail – Trauma
I Prevails zweites Album wirkt wie ein kunterbuntes Sammelsurium, auf dem sich die Band in allerlei Richtungen austobt, sich bis auf wenige Ausnahmen aber dem Durchschnitt nicht entwinden kann.“

Field Medic – Fade Into the Dawn
Fade Into the Dawn“ fühlt sich an wie ein mittelmäßig verkaterter Sonntag. Man fühlt sich weder schlecht noch gut und schon am Montag hinterlässt dieser Tag keine Spuren mehr.

Mean Jeans – Gigantic Sike
Mean Jeans‘ neustes Album läuft bestenfalls nebenher. Pop-Punk geht deutlich besser – vor allem auf Fat Wreck.

Ines Kirchner:

2019 in einem Satz: Fühlte mich dank Reunion-Shows und Comebacks 2010 selten näher.

Top 5 Alben / EPs:
1. La Dispute – Panorama
2. Knocked Loose – A Different Shade Of Blue
3. DIIV – Deceiver
4. Angie McMahon – Salt
5. VÉRITÉ – New Skin

Honorable Mentions:
Hesitation Wounds – Chicanery, Bon Iver – i,i, Foals – Everything Not Saved Will Be Lost Pt. 1

Hits des Jahres:
La Dispute – Fulton Street I, VÉRITÉ – Think of me

Beste Konzerte:
1. Have Heart @Essigfabrik, Köln
Minus Fußverletzung ein runder Abend, vor allen Dingen, weil fast die gesamte Stageload-Bande vertreten war.
2. Gouge Away @Zukunft am Ostkreuz, Berlin
Herrlich energiegeladen.
3. Touché Amoré, Deafheaven @SO36, Berlin
Super Kombi und Setlists, da verzeihe ich auch diese miese Location

Neu– oder Wiederentdeckung des Jahres:
Neu: Angie McMahon
Wieder: Holy Fawn – Death Spells, Rise & Fall, Code Orange, Bombay Bicycle Club

Größte Enttäuschungen:
Ich hab einfach keinen Zugang zu der neuen The National gefunden. Von „Negative Space“ (Swain) habe ich mir auch mehr erhofft.

Erwartungen an 2020:
Dass der (berechtigte) Nachhaltigkeitshype auch in die Musikwelt einzieht.

Patrick Siegmann:

2019 in einem Satz: Viel zu viel gute Musik und wie immer viel zu wenig Geld und Zeit.

Top 5 Alben / EPs:
1. Weyes Blood – Titanic Rising
2. Fury – Failed Entertainment
3. Abuse Of Power – What On Earth Can We Do
4. Glitterer – Looking Through The Shades
5. Stages In Faith – Delside

Honorable Mentions:
Generation – Call It A Life, Anxious – Never Better, Alex G – House Of Sugar

Hits des Jahres:
The Japanese House – Something Has To Change, Saves The Day – Banned From The Back Porch, Weyes Blood – Andromeda

Musikvideo des Jahres:
The Japanese House – Something Has To Change

Beste Konzerte:
Culture Abuse, SSS und Big Cheese in Berlin (Urban Spree) im August. Nachdem Culture Abuse mich auf der Tour mit Basement Anfang des Jahres positiv überrascht haben, war dieses Konzert im sehr kleinen Rahmen und im Zuge der von Vans organisierten Konzertserie „Started From Nothing“ ein Muss und absolut überragend! Von den gratis Goodies (Shirts, Poster) ganz zu schweigen. Big Cheese gehören ausserdem zu den Hardcore-Bands, die man 2020 definitiv auf dem Schirm haben sollte.

Wiederentdeckung des Jahres:
Saves The Day, besonders deren erste, durchweg zeitlose Alben „Can‘t Slow Down“ und „Through Being Cool“. „Banned From The Back Porch“ ist einfach ein Über-Song!

Größte Enttäuschungen:
Die überraschende Auflösung von Abuse Of Power und das Wahlergebnis der AfD in Thüringen.

Erwartungen an 2020:
Neue Platten von One Step Closer, Candy und Citizen. Außerdem wieder mehr Konzerte besuchen, das hat 2019 leider nicht so gut hingehauen.

Stageload Team 2019

 

Benjamin Fischer:

2019 in einem Satz: „We don’t see you around here anymore, it’s okay I will say your name out loud and you will be home“

Top 5 Alben / EPs:
1. The National – I Am Easy To Find
Sharon Van Etten – Remind Me Tomorrow, La Dispute – Panorama, Lightning Dust – Spectre, Bon Iver i,i

Honorable Mentions:
The Menzingers – Hello Exile, Hesitation Wounds – Chicanery, American Football – LP3

Hits des Jahres:
The National – Rylan, Sharon Van Etten – Seventeen, The Menzingers – America

Musikvideo des Jahres:
Wozu Musikvideos schauen, wenn mit dem neuen The National-Album ein ganzer Kurzfilm erscheint?

Beste Konzerte:
Zwei Mal The National in einem Jahr ist schon fast dekadent, war aber natürlich wunderbar. Nur der dürftige Sound im Palladium wurde der Band so gar nicht gerecht – da geht der Punkt tatsächlich an die Frankfurter Jahrhunderthalle. Bei Kettcar in der Batschkapp hat dagegen alles gepasst und Deafheaven live im Schlachthof Wiesbaden war ebenfalls exzellent – zumal sie Touche Amore im Schlepptau hatten. Ein Jahr ohne Stop in Deutschland wäre für Jeremy Bolm und Co. irgendwie ja auch seltsam gewesen.

Wiederentdeckung des Jahres:
Die famose Annie Clark aka St. Vincent!

Größte Enttäuschungen:
Nicht allzu dramatisch: Aber das neue Turnover-Album war schon äußerst anstrengend und das Bon Iver-Open Air in Wiesbaden wirkte etwas zu strikt durchgetaktet, als dass es nach einer baldigen Wiederholung schrie.

Erwartungen an 2020:
Eher eine vage Hoffnung, aber vielleicht reichen Brian Fallon ja drei Solo-Alben (Nummer eins und zwei waren jedenfalls unspektakulär genug) und die Schaffenspause von The Gaslight Anthem geht zu Ende. Bruce Springsteen nimmt schließlich auch wieder ein Album mit der E Street Band auf und plant eine Tour. Bitte nachmachen Mr. Fallon! Springsteens Pfaden folgen hat sich immerhin schon einmal ausgezahlt.

Sebastian Igel:

Top 5 Alben / EPs:
1. Frank Carter & The Rattlesnakes – End Of Suffering
2. Better Oblivion Community Center – s/t
3. Petrol Girls – Cut & Stitch
4. The National – I Am Easy To Find
5. Thees Uhlmann – Junkies & Scientologen

Honorable Mentions:
Pascow – Jade, Deutsche Laichen – s/t, Brutus – Nest

Hits des Jahres:
Alexisonfire – Complicit, Kettcar – Scheine in den Graben, Frank Carter & The Rattlesnakes – Bleed

Musikvideo des Jahres:
Lingua Nada – Habiba, Future Franz – Raucher

Beste Konzerte:
1. Alexisonfire, Alexandra Palace London
2. Ex:Re + 12ensemble, Kings Place London
3. Architects, Mitsubishi Electric Halle Düsseldorf

Neu– oder Wiederentdeckung des Jahres:
Neu: Petrol Girls
Wieder: Ghost Of Tom Joad – Matterhorn

Größte Enttäuschungen:
Swain – Negative Space

Aaron-Corin Hane:

2019 in einem Satz: „Die Kreise der Hölle verlaufen nicht durch das Innere der Erde, sondern inmitten Berlins.“

Top 5 Alben / EPs:
1. Dagger Threat – Gestaltzerfall
2. Pöbel Mc – Pöbel Sports
3. Knocked Loose – A Different Shade Of Blue
4. Grim 104 – Das Grauen, das Grauen
5. Ilgen-Nur – Power Nap

Honorable Mentions:
Swain – Negative Space, No Turning Back – Destroy, Downfall Of Gaia – Ethic Of Radical Finitude

Hits des Jahres:
Swain – Negative Space, Fatoni (feat. Dirk von Lowtzow) – Alles zieht vorbei, Zugezogen Maskulin (feat. Carsten Chemnitz, Nura) – 36 Grad

Musikvideo des Jahres:
Swain – Skin On Skin

Beste Konzerte:
Stick To Your Guns, Nasty, Get The Shot / Pavillion, Hannover
Judiciary, Vamachara, Dagger Threat / Übel & Gefährlich, Hamburg

Neu– oder Wiederentdeckung des Jahres:
Pöbel Mc & Milli Dance – Soli-Inkasso

Größte Enttäuschungen:
Angel Dust – Pretty Buff

Erwartungen an 2020:
Warte immer noch auf ein neues Gurr Album…

Andreas Steiner:

2019 in einem Satz: Kinder an die Macht

Top 5 Alben / EPs:
1. Deutsche Laichen – Deutsche Laichen
2. SeeYouSpaceCowboy – The Correlation Between Entrance and Exit Wounds
3. Symmetry Lover – Symmetry Lover
4. The Specials – Encore
5. Defeater – Defeater

Honorable Mentions:
Pascow – Jade, Turbostaat – Nachtbrot, Cultdreams – Things That Hurt

Hits des Jahres:
Deutsche Laichen – Von Mackern und Pumas, Defeater – Mother’s Son, The Specials – Embarrassed By You

Musikvideo des Jahres:
SeeYouSpaceCowboy – Armed With Their Teeth

Beste Konzerte:
Turbostaat, Hysterese im Universum Stuttgart – Hymnen, Hymnen und nochmals Hymnen.

Neu– oder Wiederentdeckung des Jahres:
Her Name In Blood – Decadence

Größte Enttäuschungen:
Ein Stück weit das neue Album von Iggy Pop, bis man feststellt, dass das Album einfach Zeit braucht.

Erwartungen an 2020:
Keine Erwartungen – es wird schlichtweg gut

Denise Frommeyer:

2019 in einem Satz: Sie, so Denise, denke also sei sie.

Top 5 Alben / EPs:
1. Kummer – Kiox
2. Trettmann – s/t
3. Thees Uhlmann – Junkies und Scientologen
4. Foals – Everything not saved will be lost
5. Karate Andi – Asap Kotti

Honorable Mentions:
James Blake – Assume Form, Fatoni – Andorra, Seeed – Bam Bam

Hits des Jahres:
Kummer – Bei dir, Max Herre – Dunkles Kapitel (feat. Megaloh, Fatoni, Sugar MMFK, Dirk von Lowtzow), James Blake – Mile High (feat. Travis Scott, Metro Boomin)

Musikvideo des Jahres:
Fatoni – Alles zieht vorbei

Beste Konzerte:
1. The Streets @ Schlachthof Wiesbaden
2. Marteria & Casper @ Waldbühne Berlin
3. Die Ärzte @ Rock am Ring

Neu– oder Wiederentdeckung des Jahres:
Keke

Größte Enttäuschungen:
Fettes Brot

Erwartungen an 2020:
Vorfreude auf Konzerte von Deichkind, Die Ärzte, Wanda und Karate Andi.

Enno Küker:

2019 in einem Satz: Viele Feste; Abschied von allem/n?

Top 5 Alben / EPs:
1. The Damned Things – High Crimes
2. Fews – Into Red
3. Defeater – Defeater
4. PUP – Morbid Stuff
5. Spraytan – Summer Lessons

Honorable Mentions:
Knife Eyes – Gewirr EP

Hits des Jahres:
Phantom Planet – California, PUP – Bloody Mary, Kate and Ashley, Mannequin Pussy – Drunk II

Neu– oder Wiederentdeckung des Jahres:
Mariachi el Bronx

Erwartungen an 2020:
Endlich Gehalt, und dass die SuS spuren!

Geraldine Hutt:

2019 in einem Satz: Ein Jahr voller Berliner Konzerte und ein anstrengendes halbes Jahr Praktikum. Ich schaffte es leider nicht, ein einziges Festival im Sommer zu besuchen.

Top 5 Alben / EPs:
1. Sharon Van Etten – Remind Me Tomorrow
2. The Maine – You Are OK
3. The Lumineers – III
4. Von Wegen Lisbeth – sweetlilly93@hotmail.com
5. The Tallest Man on Earth – I Love You. It’s a Fever Dream

Honorable Mentions:
Giant Rooks – Wild Stare, Killswitch Engage – Atonement

Hits des Jahres:
„Seventeen“ von Sharon Van Etten

Musikvideo des Jahres:
Giant Rooks – 100 mg

Beste Konzerte:
1. Amon Amarth: Spektakuläre Pyroshow und aufwendiges Bühnenbild.
2. Death Cab for Cutie: Die Songs haben mich emotional werden lassen 😉
3. The Maine: Wie jedes Jahr muss ich mir einmal meine Lieblings-Emoband geben und als Superfan flog ich extra nach London, um die Band zu sehen.

Neu– oder Wiederentdeckung des Jahres:
„Dreams“ von Fleetwood Mac mögen viele auf Homeparties 😉

Größte Enttäuschungen:
Freikarten für Nicki Minaj bekommen und das Konzert war dann ein großer Fail.

Erwartungen an 2020:
Ich möchte meine Bachelorarbeit abgeben und danach endlich mehr Zeit haben, mich anderen Projekten zu widmen. Im Sommer möchte ich diesmal viele Festivals besuchen!

Jannik Holdt:

Top 5 Alben / EPs:
1. Brutus – Nest
2. While She Sleeps – SO WHAT?
3. Taylor Swift – Lover
4. Gulch – 2019 Promo Cassette
5. Counterparts – Nothing Left To Love

Honorable Mentions:
It Prevails – A Life Worth Living
Mayfield – Careless Love

Hits des Jahres:
Gulch – Self-Inflicted Mental Terror, Mayfield – Recovery, While She Sleeps – The Guilty Party

Musikvideo des Jahres:
While She Sleeps – The Guilty Party

Beste Konzerte:
1. Architects in Düsseldorf (BLEGH & Pommesgabel, LG an Sebastian.)
2. Norma Jean in Saarbrücken (Kleiner Laden und Wall of Sound. Almighty Norma Jean.)
3. Knocked Loose in Köln (Völlige Zerstörung. Live, wie auf Platte, einfach nur eine Wucht.)

Neu– oder Wiederentdeckung des Jahres:
Senses Fail

Größte Enttäuschungen:
Das neue Norma Jean-Album – nach dem überragenden Polar Similar leider doch eher ernüchternd.

Erwartungen an 2020:
Mir ist alles egal, hauptsache Alexisonfire bringen neue Musik raus!

Stageload Teamtreffen Tübingen 2019

Joschua Claaßen:

2019 in einem Satz:
Musikalisch waren ein paar Überraschungen dabei, im positiven wie negativen Sinne.

Top 5 Alben / EPs:
1. Knocked Loose – A Different Shade of Blue
2. While She Sleeps – So What?
3. Northlane – Alien
4. The Menzingers – Hello Exile
5. Counterparts – Nothing Left to Love

Honorable Mentions:
Holding Absence – Selftitled, Mayfield – Careless Love, Killswitch Engage – Atonement

Hits des Jahres:
The Menzingers – Strangers Forever, Marathonmann – Nie genug, Bring Me The Horizon – Ludens

Beste Konzerte:
Architects @ Rock am Ring: Leider nicht auf ihrer Tour gesehen, dafür haben sie am Ring aber auch ordentlich abgerissen.

Größte Enttäuschungen:
Being As An Ocean – PROXY: An A.N.I.M.O. Story: Schon “Waiting For Morning To Come” konnte mich nur noch so halb begeistern, der alte Flair von BAAO kam aber immerhin noch bei einigen Songs durch. Der neueste Output hat sich davon leider nun vollständig verabschiedet. Nicht falsch verstehen: Bands sollen natürlich die Musik machen, auf die sie Bock haben, alles andere wäre auch Blödsinn. Nur fehlt mir beim neusten Album persönlich einfach vieles von dem, was BAAO lange ausgemacht hat.

Erwartungen an 2020:
Dass ich meinen Vorsatz fürs neue Jahr umsetze: Mehr gemütliche Club-Shows zu besuchen.

Lukas Schmid:

Top 5 Alben / EPs:
1. Une Misere – Sermon
2. While She Sleeps – SO WHAT?
3. Crystal Lake – Helix
4. Whitechapel – The Valley
5. Knocked Loose – A Different Shade Of Blue

Honorable Mentions:
Bring Me The Horizon – amo, Sylosis – I Sever, Unprocessed – Artificial Void

Hits des Jahres:
While She Sleeps – THE GUILTY PARTY, Crystal Lake – Apollo, Bring Me The Horizon – heavy metal

Musikvideo des Jahres:
Une Misere – Damages

Beste Konzerte:
1. Architects – Wembley, London
2. Parkway Drive – Hanns-Martin-Schleyer-Halle, Stuttgart
3. Northlane – Backstage, München

Neu– oder Wiederentdeckung des Jahres:
Neu: Une Misere
Wieder: Despised Icon

Größte Enttäuschungen:
Bring Me The Horizon live in Stuttgart

Erwartungen an 2020:
Große Vorfreude auf Festivals und Konzerte!

Manuel Lohschmidt:

2019 in einem Satz: Life is pain

Top 5 Alben / EPs:
1. Taylor Swift – Lover
2. GULCH – 2019 Promo Cassette
3. One Step Closer – From Me To You
4. Wild Side – Who The Hell Is Wild Side?
5. Lowest Creature – Sacrilegious Pain

Honorable Mentions:
Genetikk – Outta This World, Berthold City – What Time Takes, Inclination – Midwest Straight Edge

Hits des Jahres:
GULCH – Self-Inflicted Mental Terror, Genetikk – Nicht fürs Radio, VEIN – Doomtech

Musikvideo des Jahres:
Taylor Swift – You Need To Calm Down

Beste Konzerte:
1. Cold World @Übel & Gefährlich, Hamburg.
Zu Cold World Shows muss man nichts sagen.
2. Off With Their Heads @Hafenklang, Hamburg.
Vorher leider nie live gesehen, wie ein kleines Kind drauf gefreut und nicht enttäuscht worden.
3. Have Heart @Essigfabrik, Köln.
Zwar unter meinen „Erwartungen“, da schon zwei Mal auf der letzten Tour gesehen, aber dennoch nicht enttäuscht worden.

Neuentdeckung des Jahres:
GULCH

Größte Enttäuschungen:
Nicht beim Teamtreffen gewesen zu sein. („awww“, Anm. d. Verf.)

Erwartungen an 2020:
Hoffentlich wieder mehr gute HC-Shows in kleinen Locations.

Oliver Langwald:

2019 in einem Satz:
Ziemlich weird mit einigen Tiefen und vielen Höhen.

Top 5 Alben / EPs:
1. Knocked Loose – A Different Shade Of Blue
2. Bring Me The Horizon – Amo
3. The Devil Wears Prada – The Act
4. Foals – Everything Not Saved Will Be Lost Pt. 1
5. The 1975 – A Brief Inquiry into Online Relationships

Hits des Jahres:
Knocked Loose – Mistakes Like Fractures, BMTH – Ludens, Sam Fender – Hypersonic Missiles

Musikvideo des Jahres:
Polaris – Masochist

Beste Konzerte:
1. Twenty One Pilots, Stuttgart
Das beste Konzert, auf dem ich je war!
2. Leoniden, Ludwigsburg
Total energiegeladen und einfach nur gute Laune
3. Parkway Drive, Stuttgart
Tolle Show

Größte Enttäuschungen:
The Kooks – Live

Erwartungen an 2020:
Viele neue Bands und Konzerte

Patric Hartung:

2019 in einem Satz: „Bruder muss los“

Top 5 Alben / EPs:
1. Kublai Khan – Absolut
2. Capital Bra – Berlin Lebt 2
3. Taylor Swift – Lover
4. Kool Savas – KKS

Honorable Mentions:
The National – Keine Ahnung wie die Scheibe heißt, aber sie wurde wohl am meisten kommuniziert und die Gang feiert sie. Credits dafür

Hits des Jahres:
DeezNuts – DTDFL4EVA, Kontra K – Blei, Mathea – 2x

Musikvideo des Jahres:
Whitechapel – When a Demon Defiles a Witch

Beste Konzerte:
1. RafCamora&BonezMC – Hamburg
2. ParkwayDrive – Köln
3. Rotting Out – Köln

Neu– oder Wiederentdeckung des Jahres:
Kontra K

Größte Enttäuschungen:
Juju

Erwartungen an 2020:
Hände ballern, mehr Musik, mehr Leute, mehr Urlaub. Stageload ist immer noch „mit Abstand“ der geilste Club der Welt.

Philip Kleinau:

2019 in einem Satz: Mein erstes Jahr als Schreiberling für Stageload.

Top 5 Alben / EPs:
1. Wild Side – Who the Hell is Wild Side?
2. Odd Man Out – New Voice
3. Stray from the Path – Internal Atomics
4. Good Riddance – Thoughts and Prayers
5. Defeater – Defeater

Honorable Mentions:
Between Bodies – On Fences, Knocked Loose – Different Shade of Blue, Lionheart – Valley of Death

Hits des Jahres:
Wild Side – All Bark, No Bite, Lionheart – Born Feet First, Odd Man Out – Retribution

Musikvideo des Jahres:
Lionheart – Valley of Death

Beste Konzerte:
1. Judge @Z-Bau, Nürnberg
Ein kleines bisschen New York schien einen zu umwehen, war aber bei der spätsommerlichen Hitze doch nur Schweiß.
2. Empowerment @Kafe Kult, München
Stuttgart asozial direkt vor der eigenen Haustür, Abriss war programmiert.
3. Have Heart @Essigfabrik, Köln
Eingesperrt und zusammengepfercht. Allerdings gemeinsam mit Have Heart, also halb so wild.

Wiederentdeckung des Jahres:
Refused – War Music

Größte Enttäuschungen:
Blink-182 – NINE

Erwartungen an 2020:
Hoffentlich wieder viele Konzerte, großartige Alben und Neuentdeckungen

Ralf Hoff:

2019 in einem Satz: „Germans don’t express their emotions through singing and dancing, Germans express their emotions through warfare“ (Blake Schwarzenbach)

Top 5 Alben / EPs:
1. The National – I Am Easy To Find
2. Sleater-Kinney – The Center Won’t Hold
3. DYGL – Songs of Innocence & Experience
4. Billie Eilish – If We All Fall Asleep, Where Do We Go?
5. Zik Zak – Egal

Honorable Mentions:
Von Wegen Lisbeth – sweetlilly93@hotmail.com, Spielbergs – This Is Not The End, Jungstötter – Love Is

Hits des Jahres:
White Lies – Tokyo, Declan McKenna – British Bombs

Musikvideo des Jahres:
Rammstein – Deutschland

Beste Konzerte:
Foxing, Envy und Jawbreaker – und das ist nur ein Teil der Wahrheit, dieses Jahr war konzerttechnisch einfach viel zu krass.

Neu– oder Wiederentdeckung des Jahres:
Neu: Aus den Darmstädtern Zik Zak könnte ein bisschen was werden, wenn sie nicht vorher an ihrem Alkoholismus zugrunde gehen.
Wieder: Hier müsste eigentlich Tool stehen, aber ehrlich gesagt My Chemical Romance.

Größte Enttäuschungen:
Das Stock-im-Arsch-Publikum bei The National und Japaner, die kein Japanisch mit mir sprechen wollen.

Erwartungen an 2020:
Bescheiden bleiben – Ehemann, Haus mit Garten, 2,5 Kinder, neue Band und am liebsten ein Einhorn.

Sascha Schüler:

2019 in einem Satz: Armageddon is a product – and one we choose to buy.

Top 5 Alben / EPs:
1. Sadness – I Want To Be There
2. Duster – Duster
3. DIIV – Deceiver
4. Have A Nice Life – Sea Of Worry
5. La Petite Mort / Little Death – Disco

Honorable Mentions:
Newmoon – Nothing Hurts Forever, Kadavar – For The Dead Travel Fast, Wolf Mountains – Urban Dangerous

Hits des Jahres:
Temple of Angels – Breathless, Kummer – 9010, Wolf Mountains – Walrus

Musikvideo des Jahres:
Horse Jumper Of Love – Poison

Beste Konzerte:
1. Gouge Away, Slow Crush @Zukunft am Ostkreuz, Berlin
Endlich waren Gouge Away auf Europas Bühnen unterwegs, legten einen wunderbar energiegeladenen Auftritt aufs Parkett, wurden dabei von den nicht minder großartigen Slow Crush unterstützt – runde Sache!
2. Touché Amoré, Deafheaven, Portrayal Of Guilt @Schlachthof, Wiesbaden
„To the beat of a dead horse“ in voller Länge, Deafheaven in voller Schönheit, Portrayal Of Guilt in voller Naturgewalt – an diesem Abend blieben keine musikalischen Wünsche offen.
3. State Faults, Shirokuma @Kreativfabrik, Wiesbaden
Zwei der momentan besten Screamo-Kapellen in einem Keller, State Faults mit einem der lautesten und trotzdem versiertesten Sets der letzten Jahre. I don’t know where my spirit goes!

Neu– oder Wiederentdeckung des Jahres:
Temple Of Angels

Größte Enttäuschungen:
Die am Ende doch recht uninspirierte Swain. Da war mehr drin!

Erwartungen an 2020:
DIIV in Europa! Chinese Football in Europa! Wenigstens gute Musik, während um uns herum die Welt brennt.

Tobias Luger:

Top 5 Alben / EPs:
1. Counterparts – Nothing Left to Love
2. Youth Fountain – Letters to our Former Selves
3. Zombie Apocalypse – Life without pain is a fucking fantasy
4. Marathonmann – Die Angst sitzt neben dir
5. 3weekoldroses – More Weight

Honorable Mentions:
Renounced – Beauty is a Destructive Angel, Tausend Löwen Unter Feinden – Zwischenwelt, Pascow – Jade

Hits des Jahres:
Inclination – When fear turns to confidence, Pascow – Jade

Musikvideo des Jahres:
Hate5Six rauf und runter

Beste Konzerte:
1. Have Heart @Essigfabrik, Köln
10 Jahre später noch einmal
2. Battery @Monkeys Music Club, Hamburg
Young till I die!
3. As Friends Rust @Booze Cruise Festival, Molotov, Hamburg
Endlich die Wiedergutmachung für meine letzte, völlig verkorkste AFR Show 2001 im Forellenhof Salzgitter

Größte Enttäuschungen:
Trump, AfD, Brexit… viel zu viel Scheiße…

Erwartungen an 2020:
Endlich den Release der letzten Bane Show auf Hate5Six zu erleben.

Tobi van den Wildmannen:

2019 in einem Satz: Ein Jahr wie die letzten auch, voller politischer und empathischer Enttäuschungen und einer geilen linken Szene, die dagegen vorgeht.

Top 5 Alben / EPs:
1. Clowns – Nature/Nuture
2. Lagwagon – Railer
3. Good Riddance – Thought & Prayers
4. Drunktank – The Return Of The Infamous Four
5. Popperklopper – Alles Wird Wut

Honorable Mentions:
Norbert Buchmacher – Habitat einer Freiheit, Pascow – Jade, Bad Religion – Age of Unreason

Hits des Jahres:
Pascow – Wunderkind, Lagwagon – Surviving California, Smile And Burn – Ich zünde mich an

Musikvideo des Jahres:
Die Ärzte – Abschied (vegetarisch)

Beste Konzerte:
1. Punk Rock Holiday
Weil es wie jedes Jahr ein Wahnsinnsfestival war.
2. Straightline, Hit The Switch und Cigar @ Backstage, Münche
Weil es so viel Skatepunk einfach verdient hat, dass man ihn feiert.
3. Sbäm Fest Fall Edition @ Alter Schlachthof, Wels, Österreich
Weil es eine tolle Location und eine sehr gute Organisation mit tollen Bands war.

Neu– oder Wiederentdeckung des Jahres:
Meine Liebe zum Deutschpunk und zum Skatepunk wurde zwar nicht neu-oder wiederentdeckt, aber in neue Sphären gehoben – danke Not Available, Drunktank, Heathcliff, Noopinion, Cigar und allen anderen.

Größte Enttäuschungen:
Cokie The Clown

Erwartungen an 2020:
Ein neues Nofx-Album, welches weiter beweisen wird, dass es besser wäre aufzuhören. Und ich hoffe Rancid lösen sich auch auf, nein, ich erwarte es.

Stageload-Have-Heart-2019-Gruppenfoto

Und was geschah sonst noch in der „alternativen“ Musikwelt?

Mit Konzerten von Have Heart und Ceremony sowie einem Live-Album von Rise & Fall konnten Hardcore-Fans in der Vergangenheit schwelgen, das Fluff Fest feierte 20-jähriges Bestehen, Bring Me The Horizon wurden für den Grammy nominiert, Title Fights Ned Russin machte als Glitterer von sich reden, Gouge Away kamen endlich auf Tour und Ignite stehen aktuell ohne Sänger da. Have Mercy, Abuse Of Power, Departures, MeWithoutYou und Backtrack lösten sich auf,  kleinere Bands wie Ashes, White Fields, New Native und Off The Hook taten es ihnen gleich. Die britische Band Her’s kam bei einem Autounfall in Kalifornien ums Leben, wohl eine der tragischsten Nachrichten der alternativen Musikszene in 2018, dicht gefolgt vom Tod des Gorilla Biscuits‘ Gitarristen Alex Brown.

Der absolute Tiefpunkt für uns als Stageload-Redaktion war das heimtückische Hacken unserer Website Ende Juli. In mühevollster Kleinarbeit wurde das Backend wiederhergestellt, irgendwann die Inhalte gerettet. Doch noch immer zeigt Google hier und da dubiose „Gewinnspiele“ an und die Linkvorschau bereitet uns ebenfalls Kopfzerbrechen. Wir haben uns davon nicht aufhalten lassen und weit mehr als 1.000 Inhalte veröffentlicht, hoffen aber, dass es nächstes Jahr wieder besser läuft – drückt uns die Daumen!

Autor Ines Kirchner
Wohnort Berlin
Beruf Project Manager
Dabei seit Juli 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Akkreditierungen, Organisatorisches, Reviews
Top-Alben u.a. Gallows - Grey Britain, Bon Iver - Bon Iver, The National - Trouble Will Find Me, Touché Amoré - Parting the sea...
Die besten Konzerterlebnisse u.a. Have Heart (2009, Köln), Gallows (2010, London), Basement (2012, London), Iron Chic, Ceremony, Trash Talk, Rise & Fall, Touché Amoré (divers)

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