Sonntagsbrunch Teil 4 mit The Dead Notes, Marodar und Neat Mentals

Sonntagsbrunch Teil 4 mit The Dead Notes, Marodar und Neat Mentals

Stageload war und ist immer auch eine Bühne für kleinere Bands, die nicht in den großen Hallen spielen oder noch am Anfang ihres Weges stehen. In unserer Rubrik „Sonntagsbrunch“ geben wir drei Bands die Gelegenheit, sich selbst vorzustellen. Im vierten Brunch sind The Dead Notes, Marodar und Neat Mentals dabei.

The Dead Notes

Steckbrief

  •  Stilrichtung: Punkrock’n’Roll
  • Label: D.I.Y.
  • Gegründet: 2003
  • Herkunft: Arnstorf, Rottal-Inn
  • Mitglieder: Tobi (Gesang), Magge (Gitarre), Christoph (Gitarre), Juli (Bass), Christian (Schlagzeug)
  • Website: https://www.facebook.com/thedeadnotes/

Kurzbiografie

Mittlerweile gehört der Fünfer aus Arnstorf zur älteren Generation, hat man in den 16 Jahren Bandgeschichte doch so manche Weggefährten aus dem Underground Punkrock Sektor verschwinden sehen. Die Dead Notes aber gibt es noch, was vor allem der Pre-Band Freundschaft geschuldet ist. Und so trifft man sich immer noch in der alten Besetzung weiterhin regelmäßig zur Probe, schreibt neue Songs und bespielt die ein oder andere lokale Bühne. Im Laufe der Zeit teilte man sich aber auch schon die Bühne mit Against Me!, The Bones, PeterPanSpeedrock, Reno Divorce oder den Black Halos und spielte Konzerte in Deutschland, Österreich und Tschechien. Bald wollen sie auch ein neues Album in Angriff nehmen – wieder komplett in Eigenregie.

Diskografie

  • More Than Alive (EP) 2005
  • Down With Clichès 2007
  • Entertainment Is The Purpose 2011

Was und/oder wer hat eure Band maßgeblich beeinflusst?

Aufgewachsen sind wir gemeinsam und so haben wir auch immer wieder die ähnliche Musik gehört. Der erste große Impuls war damals das Erscheinen von Green Days „Dookie“ und Offsprings „Smash“, aber geschehen war’s um uns mit der wohl besten Punkrock-Platte aller Zeiten, „Punk in Drublic“ von NOFX. Danach wurde alles was Epitaph und Fatwreck herausgebracht haben rauf und runter gehört. Bands wie Lagwagon, No Use For A Name, StrungOut, Rancid und die Bouncing Souls gehören heute noch zu unseren Lieblingsbands. Im Laufe der Zeit kamen aber noch andere Bands und musikalische Einflüsse hinzu. Speziell die große skandinavische Rock-Explosion und das Entstehen des Punk’n’Roll Genres hat uns Ende der 90er voll mitgerissen. Gluecifer, The Hellacopters, Turbonegro und die Backyard Babies haben uns dann genauso inspiriert, wie der amerikanische Punkrock. Dieser Mix war und ist dann wohl auch die Grundlage für unsere Musik.

Welche drei Platten sollten sich eurer Meinung nach in jedem Haushalt befinden?

Das ist ganz schwer zu beantworten, da wir als Musikfans über die Jahre so viele Bands und Platten gehört haben. Es gibt zig Klassiker, drei ganz wichtige wurden oben ja schon genannt. Nachfolgend noch mal drei Meisterwerke:

Turbonegro – Apokalypse Dudes
Supersuckers – Evil Powers Of Rock’n’Roll
Face To Face – Big Choice

Was war euer beeindruckendstes Konzert und warum?

Auch dies eine ganz schwierige Frage, da es so viele waren. Die großen Supportshows und Open Airs haben natürlich immer einen ganz besonderen Stellenwert. Unvergesslich damals das Konzert auf der Taste of Chaos Tour 2005 in der Münchner Tonhalle. Wir waren eine der lokalen Supportbands und spielten während der Umbauphase auf einer kleinen Nebenbühne, welche sich direkt neben der Hauptbühne befand. Von dort aus feierten wir dann auch die Headliner Rise Against, The Used und Funeral For A Friend. Die pure größe der Halle, das fette Lineup, die ca 2000 Gäste und der Fakt, dass eine kleine niederbayerische Dorfband Teil dieses riesen Zirkuses sein durfte, wird uns ewig in Erinnerung bleiben. Das sind die Momente, die man als Band nie vergisst und für die sich all der Aufwand lohnt.

Marodar

Steckbrief

  • Stilrichtung: deutschsprachiger Punkrock
  • Gegründet: 2017
  • Herkunft: Kiel
  • Mitglieder: Marco (Gitarre, Gesang), Wladi (Gitarre, Backings), Christian (Bass, Backings), Tobi (Drums)
  • Website: marodar.de

Kurzbiografie

Entstanden sind wir quasi aus den Überbleibseln eines alten Bandprojektes. Tobi (damals noch am Bass) und Marco wollten nach etwa einem halben Jahr ohne Band einen musikalischen Neuanfang wagen und fingen im Frühjahr 2017 an, mit einem Drummer neue Songs zu schreiben und ältere aufzupeppen. Später stoß Wladi dazu, der auch zuvor schon mit uns beiden musikalisch aktiv war. Die gemeinsamen Vorstellungen innerhalb der Band gingen allerdings sehr auseinander und wir trennten uns vom Schlagzeuger. Lange Zeit wurde Ersatz gesucht und schließlich nahm Tobi selbst die Sticks in die Hand. Zu dritt sammelten wir Ideen, wovon auch einige wieder verworfen wurden, und schrieben fast ein ganzes Set neuer Tracks. Dezember 2018 haben wir dann mit Christian ein passendes viertes Mitglied gefunden. Es folgten weitere gemeinsame Stücke, die wir selektierten, sodass wir April dieses Jahres auch gemeinsam unsere EP im Studio bei Blastbeat Productions aufnehmen konnten.

Diskografie

  • Debüt-EP: „Marodar“

Was und/oder wer hat eure Band maßgeblich beeinflusst?

Inspiriert durch ein Einfamilienhaus neben unserem Proberaum, dem das halbe Dach fehlt, schrieben wir einen unserer ersten Songs „Haus Ohne Dach“. Dieser sollte die musikalische Richtung für alle folgenden Songs vorgeben.

Welche drei Schallplatten sollten sich eurer Meinung nach in jedem Haushalt befinden?

Da wir vier alle teils sehr unterschiedliche Musik hören, erlauben wir uns, die Frage auf vier Schallplatten zu erweitern, sodass sich jeder eine aussuchen darf.

Marcos Platte: The Offspring – Conspiracy of One

Wladis Platte: Darkthrone – A Blaze in the Northern Sky

Christians Platte: The Gaslight Anthem – The ’59 Sound

Tobis Platte: José González – In Our Nature

Was war euer bisher beeindruckendstes Konzert und warum?

Da wir noch recht neu auf dem Markt sind, hatten wir bisher leider noch keine Gigs mit Marodar. Die EP-Release-Show unserer alten Band war aber ein sehr geiles Konzert! Sie hat in der Schaubude, einem sympathischen, kleinen Kieler Laden stattgefunden. Die Bude war gefüllt mit einem feierwütigen und energiegeladenem Publikum und wir hatten enormen Spaß auf der Bühne. Nun freuen wir uns allerdings auf viele coole Gigs mit Marodar!

Neat Mentals

Steckbrief

  • Stilrichtung: Punkrock
  • Label: Flight 13 / Subzine Records
  • Gegründet: 2014
  • Herkunft: Stuttgart
  • Mitglieder: Philipp (Bass/Backing vocals), Peter (Gitarre/Vocals), Frank (Gitarre/Vocals), Flo (Schlagzeug)
  • Website: https://neatmentals.bandcamp.com/releases

Kurzbiografie

Gegründet haben sich die Neat Mentals vor etwa 4 Jahren eher zufällig. Als Franco nach Jahren einfach mal bei Phil durchklingelte und gefragt hat, ob man nicht mal ’ne Runde Jammen wolle. Dazu packte Franco kurzerhand noch Flo mit ein und dann trafen die vier Buben, Franco, Flo, Pete und Phil im Proberaum in Wannweil aufeinander. Nach der Session war klar, das gibt ne Band – und da waren sie, die Neat Mentals.

Die musikalischen Vorlieben der vier, poppiger 77er Punk, Stoner-Elemente, früher US-HC-Punk und skandinavischer Schweinerock, sind eindeutig immer wieder in den Songs zu finden! Auf ihrem ersten Longplayer, der im November auf Flight13 erschienen ist behandeln die vier Buben in ihren 13 Songs häufig Themen die sich auch auf den Titel des Albums „Humanoid“ beziehen, laut Definition bedeutet das nämlich: Menschenähnlich (vor allem in Bezug auf Roboter). In den meisten Texten geht es immer wieder um Themen wie „funktionieren müssen“, „Gesellschaftlichen Normen entsprechen müssen“ und die Frage „Sind wir eigentlich noch Menschen? Sind wir nur noch Menschenähnlich und schon auf dem Weg zum Roboter und es geht nur noch um das Funktionieren und sich anpassen um nicht durch das Raster der Gesellschaft zu fallen?“ Und manchmal geht es auch einfach nur um Bier. In diesem Sinne, Wohlbekomms!

Diskografie

  • 2015 – Neat Mentals/Don Karacho (Split LP)
  • 2016 – Neat Mentals, live in London (CD)
  • 2018 – Neat Mentals, Humanoid (LP)

Was und/oder wer hat eure Band maßgeblich beeinflusst?

Bier, Freundschaft, Lester William Polsfuss, Musikalisches Grundinteresse an Stromgitarrenmusik, die Möglichkeit herum zu kommen, Hellacopters, Green Day, Sex Pistols, Roky Erickson, AC/DC, The Briefs und einige mehr.

Welche drei Platten sollten sich eurer Meinung nach in jedem Haushalt befinden?

Platten (4 Platten da 4 Leute) :

Metallica – Kill em all (Peter)

Poison Idea – Feel the darkness (Philipp)

Zero Boys – Vicious Circle (Frank)

Leonard Cohen – You want it darker (Flo)

Was war euer beeindruckendstes Konzert und warum?

Mit Moving Targets im Goldmarks weil von Anfang an super Stimmung war, es war gerammelt voll schon bei Beginn der Show. Wir kannten die Moving Targets vorher gar nicht, waren aber schwer begeistert von den Jungs. Alles in allem ein hervorragendes Konzert.

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